Nick Cave & The Bad Seeds

  • The Bad Seeds ist eine australische Rockband, die 1983 vom Sänger Nick Cave, Multiinstrumentalist Mick Harvey und Gitarrist Blixa Bargeld nach Auflösung von The Birthday Party in West-Berlin gegründet wurde. Der Name basiert auf dem Roman The Bad Seed (deutsch: „Böse Saat“) von William March. Bis heute veröffentlichte die Band 15 teils weltweit erfolgreiche Studioalben und mehrere Singles. Das bekannteste Stück ist Where the Wild Roses Grow, ein Duett mit der Sängerin Kylie Minogue, das 1995 veröffentlicht wurde.

    Bandgeschichte

    Vorgeschichte und Gründung (1983–1984)

    Der Ursprung der Band liegt in der heute als Schwarze Szene bekannten Mischung aus Independent- und Dark-Wave-Umfeld. Im Jahr 1983 spitzten sich die Unstimmigkeiten zwischen Nick Cave, Mick Harvey und dem Rest der Gruppe The Birthday Party zu, sodass Cave mit dem Gedanken spielte, eine zweite Band zu gründen. Während einer Tour Anfang des Jahres verfolgte er nach einem Konzert in einem Hotel in Amsterdam einen TV-Auftritt der Band Einstürzende Neubauten. Vom Frontman Blixa Bargeld und dessen avantgardistischem Gitarrenspiel war Cave begeistert. Später wurde Bargeld von Cave kontaktiert und dieser spielte die Gitarrenparts im Stück Mutiny In Heaven der Single Mutiny ein.

    Kurz nach der Veröffentlichung wurde The Birthday Party aufgelöst. Cave, Harvey und Bargeld gründeten daraufhin hin die zu Beginn lose organisierte Band Nick Cave – Man Or Myth. Zu Auftritten kam es jedoch nicht, da Cave zusammen mit Marc Almond, Lydia Lunch und Clint Ruin mit dem Touring Ensemble The Immaculate Consumptive in England unterwegs war. Bargeld arbeitete zudem noch am Album Zeichnungen des Patienten O. T. der Einstürzenden Neubauten.

    Im September stießen Clint Ruin (Schlagzeug, Gitarre und Saxophon) und Barry Adamson (Bassgitarre) zur Band. Erste Auftritte in dieser Formation fanden im Londoner Underground Club Batcave sowie The Caves statt. Im November fanden erste Studioaufnahmen in Clint Ruins Privatstudio statt. Kurz vor Ende des Jahres verließ dieser die Band, um sich um seine eigenen Projekte zu kümmern, lediglich auf dem Song From Her To Eternity ist er am Schlagzeug zu hören. Er wurde durch Hugo Race ersetzt.

    An der ersten Tour konnte Blixa Bargeld nicht teilnehmen, da er selbst mit den Einstürzenden Neubauten durch Europa tourte, Tracy Pew übernahm stattdessen die Gitarre. Im Januar 1984 kehrte Bargeld schließlich zur Band zurück. Später nannte sich die Band Nick Cave and The Caveman und kurz vor Veröffentlichung der Debütsingle In The Ghetto erfolgte die letzte Umbenennung in Nick Cave And The Bad Seeds.

    Spätere Entwicklung

    Ihr Debütalbum hieß From Her to Eternity. Ein Jahr später erschien ihr zweites Album The Firstborn Is Dead unter der Besetzung Cave, Harvey, Bargeld und Adamson. Tupelo, ein Song auf diesem Longplayer, zeigt große Ähnlichkeiten mit dem von Nick Cave 1989 veröffentlichten Roman And the Ass Saw the Angel. Ab 1986 gehört der Schlagzeuger Thomas Wydler von Die Haut zur festen Besetzung der Bad Seeds.

    Das kommerziell erfolgreichste Album war Murder Ballads von 1996. Das darin enthaltene Duett mit Kylie Minogue Where the Wild Roses Grow wurde weltweit ein Hit. Nach ihrem Album Nocturama (2003) verließ Blixa Bargeld die Band und widmete sich wieder den Einstürzenden Neubauten. Im Jahr 2004 veröffentlichte Nick Cave mit seiner Band das vielbeachtete Doppelalbum Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus. Im März 2005 erschien die Drei-CD-Box B-Sides & Rarities, auf der 56 Lieder enthalten sind, bei denen es sich um Raritäten, B-Seiten und Stücken aus Soundtracks handelt. Im Februar 2008 wurde Dig, Lazarus, Dig!!! veröffentlicht. Auf diesem Album rücken erneut die Themen Glaube und Religiosität sowie biblische Bilder stark in den Fokus.

    Anfang 2009 verließ das Gründungsmitglied Mick Harvey die Band.

    Im Februar 2013 erschien ein neues Album mit dem Titel Push the Sky Away.

    Szenekontext

    Ob und warum Nick Cave and the Bad Seeds der Gothic-Kultur zuzurechnen sind, ist umstritten. Der Autor Ian Johnston bestreitet es. Johnstons Einschätzung beruht vornehmlich auf dem The-Birthday-Party-Hit Release the Bats, dessen Erfolg in der frühen Szene bereits Mick Harvey als Missverständnis bezeichnete.

    Noch 2014 wird die Musik der Band in der Presse in einen Zusammenhang mit der Gothic-Kultur gestellt,

    Filmmusik

    Einige Lieder der Band wurden in Filmen verwendet, etwa Red Right Hand in Scream, Dumm und Dümmer, und Hellboy, People Ain’t No Good in Shrek 2, sowie O Children in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1. Für Scream 3 schrieb Nick Cave eine neue Fassung von Red Right Hand.

    Zu Wim Wenders’ Film Bis ans Ende der Welt von 1991 steuerte Nick Cave den Non-Album Track (I’ll Love You) Till The End Of The World bei. Wim Wenders’ Der Himmel über Berlin von 1987 zeigt außerdem einen Auftritt der Band selbst.

    Filmdokumentationen

    1989 drehte der Dokumentarfilmer Uli M Schueppel den Film The Road To God Knows Where & Live At The Paradiso über die Nordamerika-Tournee der Band im selben Jahr. 2014 erschien der Film 20,000 Days on Earth der Filmemacher Iain Forsyth und Jane Pollard. Der Film beschäftigt sich in einem fiktiven Rahmen mit dem realen Leben und künstlerischen Schaffen von Nick Cave, inklusive Studioarbeiten zu Push the Sky Away.

    Diskografie

    Livealben & Kompilationen

    Weitere Alben:

    • 1986: Your Funeral… My Trial
    • 2007: The Abattoir Blues Tour
    • 2008: Live at the Royal Albert Hall
    • 2009: White Lunar
    • 2012: Lawless

    Quellen

    1.  Alexander Nym, Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel. Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 1. Auflage. Plöttner Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, Nachwort, S. 389.
    2.  Dave Thompson: Alternative Rock. 1. Auflage. Miller Freemann Inc., Berkley 2000, ISBN 0-87930-607-6, S. 62-68, 245-248.
    3. NME: Founding Nick Cave And The Bad Seeds member quits, 22. Januar 2009
    4. Ian Johnston: Bad Seed. The Biography of Nick Cave. Abacus, London 1995, S. 80 f.
    5. Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. 2004, ISBN 3-531-14353-0, S. 282 f.
    6. Emma McEvoy: Now, who will be the witness / when you're all too healed to see. The Sad Demise of Nick Cave. In: Gothic Studies 9/1 (2007), S. 79–88, das Zitat S. 79 (online, Zugriff am 21. Juli 2014).
    7. Andreas Borcholte: Videopremiere We No Who U R. Spiegel Online, abgerufen am 16. Juli 2014.
    8. Helen Brown: Nick Cave & the Bad Seeds, Push the Sky Away, review. London Telegraph, abgerufen am 16. Juli 2014.
    9. Nick Launay: Nick Cave & The Bad Seeds - 'Push The Sky Away'. NME, abgerufen am 16. Juli 2014.
    10.  Alexander Nym, Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel. Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 1. Auflage. Plöttner Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, Nachwort, S. 389.
    11.  Dave Thompson: Alternative Rock. 1. Auflage. Miller Freemann Inc., Berkley 2000, ISBN 0-87930-607-6, S. 62-68, 245-248.
    12. Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5.
    13.  Alexander Nym, Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel. Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 1 Auflage. 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, Die Gothic-Szene gibt es nicht, S. 13–15.
    14. Jack Baron: Nick Cave: 'I have to spend hours talking to fucking idiots like you'. the Guardian, abgerufen am 21. Juli 2014.
    15. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US

    Weblinks

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