Bomba Estereo

  • Bomba Estéreo ist eine 2005 gegründete kolumbianische Band, die den traditionellen Cumbia der Region mit Electronic, Techno, Dancehall, Reggae, afro-karibischer Champeta und Hip-Hop kreuzt. Mit ihrem forciert-modernen Ethno-Dance-Sound sowie einer überdurchschnittlichen Live-Performance machte die Formation auch in Nordamerika und Europa von sich reden.

    Bandgeschichte

    Gegründet wurden Bomba Estéreo 2005 in Bogotá. Die aus fünf Musikern bestehende Gruppe formierte sich zunächst als loses Kollektiv. Gründer war der gebürtige Spanier Simon Mejia. 2006 lernte Bassist Mejia, laut Eigenaussage gleichermaßen beeinflusst von Rock- und Techno-Musik, die aus Cartagena stammende Sängerin Liliana Saumet kennen. Im selben Jahr noch erschien das erste offizielle Album der Band – lapidar mit dem Titel Volume 1 gekennzeichnet. Stilistisch in der traditionellen kolumbianischen Populärmusik, dem Cumbia, verankert, reicherte die Band diesen mit Elementen aus Techno, House sowie Rock-beeinflussten Klängen an. Als weitere Stilanleihen hinzu kamen Dancehall, Reggae, afrikanische Musik, Hip-Hop sowie eine Prise Surf.

    Von Anfang an war die Gruppe stark auf Live-Konzerte versiert. Bald absolvierten Bomba Estéreo auch Tourneen außerhalb ihres Heimatlandes. 2008 erschien die zweite CD, Estalla. Veröffentlicht zunächst bei einem regionalen Label, erschien unter dem englischen Titel Blow Up im Folgejahr auch eine Version für die US-Markt. Die erste Tournee in den USA war mit den üblichen Startschwierigkeiten für ausländische Newcomer-Bands verbunden: geringes Budget, strapaziöse Reisebedingungen sowie Stress bei der Beschaffung der nötigen Einreisevisa. Simon Mejia zur Situation in der US-Botschaft in Bogotá: „Ehe ich mich versah, stand ich in einer Reihe von tausend Menschen und war im Begriff zu erfrieren. Wir hörten Polizisten Anweisungen geben über die Lautsprecheranlage und sahen Plakate, die vor Drogenhandel warnten. Ich verfluchte die ganze Welt und ihre Politik. Willkommen in der amerikanischen Botschaft in Bogotá. Glücklicherweise bekamen wir alle die Visa.“

    2009 sowie die folgenden Jahre brachten weitere internationale Tourneen und Festivalauftritte – unter anderem in Mexiko, Brasilien und Argentinien sowie in Japan, den USA, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Anlässlich der US-Summer Tour 2010 absolvierte die Gruppe Auftritte in Chicago, San Francisco, Philadelphia, New York, Boston, Washington und Seattle. Gelegentlich traten sie bei Konzerten zusammen mit anderen neuen lateinamerikanischen Bands auf wie zum Beispiel Calle 13, La 33 und Chocquibtown. Höhepunkt der US-Tournee 2010 war ein Auftritt auf dem SXSW-Festival in der Nähe der texanischen Hauptstadt Austin. Ein weiteres für die Bandgeschichte bedeutsames Ereignis war die Teilnahme von Simon Mejia am von Brian Eno begleiteten Rolex Mentorship Programm – zusammen mit den Musikern DJ Rupture und Ben Frost.

    2011 erschien die dritte Veröffentlichung der Gruppe, die EP Ponta Bomb. Anders als bei den beiden Vollalben zuvor fokussierte die Band hier vor allem auf unterschiedliche Remixes eines Stücks – der Single-Auskoppelung Fuego. Zusätzlich veröffentlichte die Gruppe Fuego auch als Video-Clip.

    Stil und Medienresonanz

    Die Kombination aus traditioneller Cumbia und modernen Popmusik-Spielarten ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von Bomba Estéreo. Bandgründer Mejia hält Cumbia mit seinen unterschiedlichen lokalen Ausprägungen für die lateinamerikanische Populärmusik schlechthin: „Cumbia ist eine wirklich kraftvolle Musik. Sie entstand in der Kolonialzeit, als sich indianische, afrikanische und spanische Einflüsse mischten. In Lateinamerika haben wir Cumbia von Mexiko bis Argentinien. Jedes Land hat seine eigene Art von Cumbia.“

    Traditionelle Cumbia plus zeitgenössische Sounds – funktioniert dieses Rezept auch kommerziell? In Bezug auf Bomba Estéreo beantwortete die Webseite MTV Iggy die Frage eindeutig positiv: „Mit einem Fuß in der traditionellen erdigen lateinamerikanischen Musik stehend, mit dem anderen auf dem Edelstahl-Boden moderner Electronica, würde man denken, dass der Balanceakt von Bomba Estéreo zum Scheitern verurteilt ist. Man könnte denken, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Band den Halt verliert und in den Abgrund stürzt angesichts der zu ehrgeizigen Crossover-Projekte. Aber nichts davon wäre weiter von der Wahrheit entfernt.“

    Diskografie

    • Vol. 1 (2006; Polen Records)
    • Estalla (2008; Polen Records)
    • Blow Up (2009; Nacional Records, identisch mit Estalla)
    • Ponte Bomb EP (2011; Nacional Records)
    • Elegancia Tropical (2012; Polen Records)

    Einzelnachweise

    1. Bomba Estéreo. Kurzvorstellung der Band auf Online-Programmseite des Schweizer Paléo Festival Nyon, aufgerufen am 7. September 2012
    2. Bomba Estéreo: My SXSW. Simón Mejía, Austin Chronicle, 19. März 2010 (engl.)
    3. Bomba Estéreo soon to be headlining across the US. Russ Slater, Musik-Weblog Sounds and Colours, 20. Juli 2010 (engl.)
    4. ACL Music Fest Sunday Interviews. Bomba Estéreo. Thomas Fawcett, Austin Chronicle, 16. September 2011 (engl.)
    5. „Cumbia should be the Latin Music“. An Interview with Bomba Estéreo. Russ Slater, Musik-Weblog Sounds and Colours, 23. Juli 2010 (engl.)
    6. Bands We Like: Bomba Estéreo. MTV Iggy, 25. März 2010 (engl.)
    7. Bomba Estéreo. Ankündigungstext für das 27. Summerjam Festival 6. bis 8. Juli 2012. Aufgerufen am 7. September 2012

    Weblinks

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