Cameron Carpenter

  • Taylor Cameron Carpenter (* 18. April 1981 in Meadville (Pennsylvania)) ist ein US-amerikanischer Organist und Komponist.

    Leben

    Taylor Cameron Carpenter wurde als ältester von zwei Söhnen der Eheleute Gregory und Lynn Carpenter in Meadville (Pennsylvania) geboren. Heute verzichtet Carpenter aus Marketinggründen auf seinen ersten Vornamen Taylor und nennt sich nur Cameron Carpenter. Carpenter wurde zunächst zu Hause von seiner Mutter unterrichtet, bis er mit elf Jahren in die American Boychoir School in Princeton (New Jersey) eintrat. Später besuchte Carpenter die North Carolina School of the Arts in Winston-Salem. Darüber hinaus ist es schwierig, gesicherte Fakten über seinen Karrierebeginn zu erlangen, was zu einem gewissen Teil durch Carpenters auffällige Selbststilisierung begründet ist. Carpenter beschäftigt heute Medien- und PR-Agenturen in den USA sowie in Europa, die das Image eines bereits in frühen Jahren exzentrischen und genialischen Künstlers kultivieren.

    Cameron Carpenter fasst die Orgelmusik säkular auf; so bedient er nicht nur das klassische Orgelrepertoire, sondern spielt auch Bearbeitungen von Klavier- und Orchestermusik. Er arrangierte nach eigenen Angaben die gesamte 5. Sinfonie von Gustav Mahler für die Orgel, zur Aufführung brachte er bislang aber nur den letzten Satz (Rondo-Finale). Seine Orgelfassungen von Chopin-Etüden stellen die Grenzen der traditionellen Spielweise in Frage. Zum Beispiel spielt er die Läufe in der „Revolutionsetüde“ (op. 10 Nr. 12) und die „Etüde auf den schwarzen Tasten“ (op. 10 Nr. 5) parallel mit Händen und Füßen. Zu Hilfe kommt ihm dabei nach eigener Aussage seine klassische Tanzausbildung.

    Für Aufsehen sorgte Carpenter, als er sich im Sommer 2010 von seinem langjährigen Agenten und Impresario Richard Torrence trennte. Torrence beschuldigte Carpenter daraufhin in einem offenen Brief an Journalisten, ihn um 53.000 US-Dollar betrogen zu haben. Zu einer gerichtlichen Klärung der Vorwürfe kam es nicht, da Torrence Anfang Februar 2011 unerwartet verstarb.

    Carpenter lebt in Berlin und konzertiert regelmäßig auf der großen Schuke-Orgel in der Berliner Philharmonie

    Rezeption

    Der Organist und Hochschullehrer Torsten Laux schrieb 2012 in einer CD-Rezension für das Fachblatt organ von „sinnfreier Effekthascherei“ und hörte in Carpenters Spiel von 2008 eine „penetrante Nervosität“. Zugleich müsse man „anerkennen“: „Hier setzt ein auf seine Art kompromissloser Musiker einen (mit gesampelten Orgelklängen gefütterten) Synthesizer mit unkonventionell-erfrischender Vitalität in Szene

    International Touring Organ

    Seit Anfang 2014 spielt Cameron Carpenter bei seinen Auftritten unter anderem auch auf seinem eigenen Instrument. Im März 2014 stellte der Künstler sein speziell für ihn nach seinen Wünschen gefertigtes Instrument bei einem Konzert im New Yorker Lincoln Center erstmals vor. In Europa wurde die Orgel erstmals im Mai 2014 im ehemaligen Stummfilmkino Delphi in Berlin vorgestellt. Der von ihm als „International Touring Organ“ bezeichnete Synthesizer wurde von der Firma Marshall & Ogletree gefertigt. Kritiker bemängeln, dass der Klang dieses Instrumentes kaum mehr etwas mit der Ästhetik einer klassischen Orgel zu tun habe.

    Ton- und Videodokumente

    • Pictures at an Exhibition 1 CD/DVD. 2006.
    • Cameron Carpenter. Revolutionary 1 CD/DVD. Telarc: 2008.
    • Cameron Live! 2 CD/DVD. Telarc: 2010.
    • If You Could Read My Mind! 1 CD/DVD. Sony: 2014.

    Film

    • Cameron Carpenter und die Wiedergeburt der „Königin der Instrumente“. (Alternativtitel: Cameron Carpenter: The Sound of my Life.) Dokumentarfilm, OmU, Deutschland, USA, 2014, 54 Min., Buch und Regie: Thomas Grube, Produktion: Boomtown Media, Wowow, ZDF, arte, Reihe: arte in concert, Erstsendung: 21. Juli 2014 bei arte, Inhaltsangabe von ARD.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Bucklesweet Media. Abgerufen am 4. Juli 2014.
    2. GRAMMY.com. Abgerufen am 21. Mai 2014.
    3. Slipped Disc. Abgerufen am 4. Juli 2014.
    4. Torsten Laux: review. Cameron Carpenter – Revolutionary. In: organ – Journal für die Orgel, 2012, Nr. 2, S. 55, archiviert von Internet Archive.

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