Frank Farian

  • Frank Farian (* 18. Juli 1941 als Franz Reuther in Kirn) ist ein deutscher Musikproduzent, Komponist und Sänger. Seine Produktionen erhielten mehr als 800 Gold- und Platinauszeichnungen.

    Leben

    Farian wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg in Saarbrücken-Altenkessel auf. Er arbeitete zunächst als Koch und verbrachte seine musikalischen Anfangsjahre in Elversberg. Im Dachgeschoss seiner Wohnung hatte er ein kleines Studio – heute besitzt er drei Studios in Brüssel, Miami und auf der Insel Ibiza.

    Seit Mitte der 1970er Jahre ist Farian Produzent von Popmusik. Er gründete weltweit erfolgreiche Gruppen wie Boney M. und Milli Vanilli. Milli Vanillis erste Schallplatten waren bereits fertig eingespielt, bevor die Band zusammengestellt war. Als dies Ende der 1980er Jahre bekannt wurde, führte es zu einem Skandal. Bereits bei Boney M. waren mit Liz Mitchell und Marcia Barrett nur zwei der vier Gruppenmitglieder an den Aufnahmen beteiligt. Die männliche Stimme kam von Farian selbst.

    Farians produktive Zeit als Komponist und Musikproduzent begann mit dem Duo Les Copains und erreichte ihren Zenit mit Boney M. Im saarländischen St. Ingbert eröffnete er die Diskothek Rendezvous, nachdem er zuvor mit seiner Frau Brigitte die Hoch Trepp bewirtschaftet hatte. Hier wurden seine Bands und Titel vorab in der Öffentlichkeit getestet. Nachdem Farian einige Lieder, unter anderem mit Boney M., in Offenbach-Bieber produziert hatte, erwarb er später ein Anwesen mit Wohnhäusern, Schwimmbecken und einem Studio in Rosbach vor der Höhe, das er bis heute nutzt.

    Musikalisches Schaffen

    Sänger

    Als „Frankie Farian und seine Schatten“ trat er zunächst als Rocksänger auf. Als Schlagersänger sang er Titel wie Dana My Love (1969), So muss Liebe sein (1973), eine Version des Standards Smoke Gets in Your Eyes und Rocky (1976) von Austin Roberts. Danach lieh er seine Stimme der von ihm produzierten Gruppe Boney M., trat aber nie als deren Mitglied auf. Bei Bühnenauftritten bewegte Bobby Farrell, der Tänzer der Gruppe, seine Lippen zu Farians Gesang vom Band.

    Komponist und Produzent

    Seine größten Erfolge als Produzent hatte Farian mit der Single Rivers of Babylon (ein Cover der jamaikanischen Band The Melodians, die wiederum in dem Lied Psalm 19 und Psalm 137 bearbeiteten) und mit dem Album Nightflight to Venus von Boney M. (1978). Dabei war Boney M. nicht nur in den westlichen Nationen erfolgreich, sondern auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und in der Karibik. Einige der Stücke sind in Swahili verfasst.

    Mit dem Projekt Far Corporation, an dem unter anderem Bobby Kimball, David Paich und Steve Lukather von der US-Band Toto sowie der Schlagzeuger Curt Cress und Leslie Mandoki beteiligt waren, spielte Farian überwiegend Rockklassiker wie Stairway to Heaven von Led Zeppelin, Sebastian von Cockney Rebel und Mother and Child Reunion von Paul Simon ein. Stairway to Heaven war dabei mit dem achten Platz in der britischen Hitparade (1985) der größte Erfolg.

    Nach rund 30-jähriger Zusammenarbeit endete 2004 das Vertragsverhältnis zwischen Farian und Hansa (Ariola-Sony BMG). Zwei Jahre später unterschrieb er einen neuen Vertrag bei Sony BMG Deutschland.

    Im September 2006 hatte in London das Musical Daddy Cool Premiere, in dem Farian nicht nur viele Hits von Boney M., sondern auch solche von Milli Vanilli und Eruption verarbeitet hat. Im Frühjahr 2007 kam Daddy Cool auch nach Berlin. Die Premiere war am 26. April 2007. Danach arbeitete er an dem Projekt Daddy Cool Kids, bei dem auch seine Tochter mitsingt.

    Diskografie

    Alben

    • 1976: Rocky
    • 1985: Division One

    Produktionen

    Auszeichnungen

    • Echo
      • 1997: in der Kategorie „Lebenswerk“[2]
    • Goldene Schallplatte
      • 1976: für 250.000 verkaufte Singles in „Deutschland“ (Rocky)[3]
    • Goldene Stimmgabel
      • 1983
    • Goldene Europa
      • 1977, 1979
    • Löwe von Radio Luxemburg
      • 1976: „Silber“ (Rocky)
    • RSH-Gold
      • 1990[4]
      • 1998[5]

    Literatur

    • Frank Farian, Reginald Rudorf, Dieter Kaltwasser: Stupid Dieser Bohlen. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit über den Pop-Hochstapler. Franks Kleiner Buchverlag, Berlin 2004, ISBN 3-98095-310-6.

    Einzelnachweise

    1. Chartquellen: DE AT CH UK
    2. http://www.echopop.de/der_echo/die_preistraeger?eid=9
    3. http://www.musikindustrie.de/gold_platin_datenbank/#topSearch
    4. RSH-Gold Verleihung 1990
    5. RSH-Gold Verleihung 1998

    Weblinks

    • Offizielle Website
    • Frank Farian in der Internet Movie Database (englisch)
    • Literatur von und über Frank Farian im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

    Der Text ist unter der Lizenz "Creative Commons Attribution/Share Alike" verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind auf der Seite von Creative Commons beschrieben. Ursprüngliche(r) Autor(en) des verwendeten Textes.