Billy Joel feat. John Mellencamp

  • John Mellencamp (auch als Johnny Cougar, John Cougar oder John Cougar Mellencamp bekannt; * 7. Oktober 1951 in Seymour, Indiana, USA) ist ein US-amerikanischer Rock- und Folksänger.

    In Deutschland hatte er Mitte der 1980er Jahre mit Hits wie Hurts So Good und Jack & Diane einige Erfolge. Seine Songs erinnerten anfangs an Bruce Springsteen; später floss mehr Folk in seine Musik ein. Während diese Entwicklung in Europa nahezu unbeachtet blieb, hat Mellencamp in den USA nach wie vor regelmäßig Top-20-Hits.

    Leben

    Anfangszeit

    Mellencamp hatte eine schwierige Kindheit und Jugend, während der er auch mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt kam. Mit 19 Jahren wurde er zum ersten Mal Vater. Als seine Tochter Michelle mit 19 Jahren Nachwuchs bekam, wurde er mit 37 zum ersten Mal Großvater. Letzteres begünstigte später seine Wahl zum „sexiest grandfather alive“ in einem Frauenmagazin.

    Als Mellencamp mit 24 Jahren arbeitslos wurde, ging er nach New York, um Musiker zu werden. Er wurde von Tony DeFries, dem damaligen Agenten David Bowies, entdeckt, der ihm einen Vertrag mit MCA Records verschaffte.

    1976 erschien sein erstes Album Chestnut Street Incident, das etwa zur Hälfte aus Coversongs bestand. Bei der Veröffentlichung kam es zu ersten Spannungen zwischen Mellencamp und DeFries, da DeFries Mellencamp ohne dessen Wissen in Johnny Cougar umbenannt hatte. Weil das Album floppte, veröffentlichte die MCA ein zweites, bereits fertig eingespieltes Album, The Kid Inside, zunächst nicht. Erst 1982, als Mellencamp mit Jack & Diane plötzlich einen Nummer-eins-Hit landete, erschien das Album doch noch.

    1977/1978 zog Mellencamp für einige Monate nach England. Dort entstand die LP A Biography, die 1978 auf dem Riva-Label erschien, jedoch nur in England, Australien und Deutschland. In den USA blieb das Album bis zu einer CD-Neuauflage 2005 unveröffentlicht.

    Erste Hits

    Mit neuem Manager und neuer Plattenfirma erschien 1979 John Cougar, das ihm mit dem Song I Need a Lover einen ersten, kleineren Erfolg brachte. 1980 folgte Nothin' Matters and What If It Did, doch erst 1982 gelang ihm mit dem Album American Fool der Durchbruch. Die Singles „Jack & Diane“ und das provokante, mit SM-Andeutungen gespickte „Hurts So Good“ machten ihn in den USA über Nacht zum Star.

    1983 veröffentlichte er unter dem Namen John Cougar Mellencamp Uh-Huh, ein weiteres Rockalbum mit seinem größten Hit „Pink Houses“. Ab 1985 begann er mit Scarecrow, sich schrittweise zum Folkmusiker zu entwickeln, der die Probleme der amerikanischen Land- und Kleinstadtbevölkerung thematisiert. Zusammen mit Willie Nelson organisierte er Farm Aid, eine seither jährlich stattfindende Benefizveranstaltung für die amerikanischen Farmer.

    Bis dahin als Easy-Listening-(Unterhaltungsmusik)-Rocker eingeordnet, wurde er nun zum ernsthaften Musiker. Der Kettenraucher sorgte zudem für Aufsehen, als er es strikt ablehnte, seine Tourneen von Alkohol- und Tabakfirmen sponsern zu lassen.

    Hinwendung zum Folk

    Auf The Lonesome Jubilee entfernte sich Mellencamp 1987 erstmals von der klassischen Rock-Instrumentierung und führte akustische Instrumente wie Geige und Akkordeon in seine Musik ein. So kreierte er einen eigenen Sound, der Musiker wie Garth Brooks, Sheryl Crow und letztlich auch Bruce Springsteen auf dessen 2002 erschienenen Comebackalbum The Rising stark beeinflussen sollte.

    1989 entwickelte Mellencamp diesen Stil mit dem Album Big Daddy weiter, bevor er 1991 mit Whenever We Wanted noch einmal zum reinen Gitarren-Rock zurückkehrte.

    Nicht alle Fans nahmen 1993 den melancholischen, bedrückenden Sound auf Human Wheels an. Dennoch landete Mellencamp 1994 auch in Europa noch mal einen Hit, diesmal mit einer Coverversion von Van Morrisons Wild Night.

    Ein Herzinfarkt schränkte seine Karriere ein. So tritt er seitdem kaum noch außerhalb der USA auf und verkürzte seine Konzerte von drei Stunden auf knapp 90 Minuten.

    Nach dem Infarkt

    Mellencamp wurde auf ärztlichen Rat Vegetarier. Gesundheitlich halbwegs wieder erholt, nahm er 1996 Mr. Happy Go Lucky (auf Deutsch etwa: „Herr Sorglos“) auf, sein letztes Album für Mercury Records mit vollständig neuem Material.

    Musikalisch kehrte er in seine experimentelle Phase von Human Wheels zurück und arbeitete vereinzelt auch erstmals mit modernen Hip-Hop-Elementen.

    Da er vertraglich noch für zwei Alben an Mercury gebunden war, gab er die Zustimmung zu einem Best-of-Album und nahm ein weiteres Album mit hauptsächlich akustischen Neuinterpretationen einiger seiner Hits auf, das Mercury jedoch erst zeitverzögert 1999 veröffentlichte.

    1998 erschien sein erstes Album für Columbia mit dem Titel John Mellencamp. Musikalisch kehrte er größtenteils zu dem Folksound zurück, mit dem er ab Mitte der 1980er große Erfolge gefeiert hatte. Gleichzeitig führte er bei einigen Liedern auch seine Experimente mit Hip-Hop-Rhythmen weiter.

    Auf dem Album Cuttin' Heads (2001) unterstützt Chuck D von der Rap-Legende Public Enemy im Titelsong Mellencamp, davon abgesehen dominiert der von der Violine getragene Folksound. Die Single Peaceful World, eigentlich ein Lied über Rassismus in Amerika, wurde nach den Anschlägen vom 11. September als Seelentröster neu interpretiert.

    Folk-Roots, Boykott und Politik

    2003 ging Mellencamp weiter als bisher zu den Wurzeln zurück. Auf Trouble No More interpretierte er amerikanische Folklore-Lieder, von der Folklegende Woody Guthrie bis zum Blues von Robert Johnson und Son House.

    In konservativen Teilen Amerikas wurde dieses Album boykottiert, weil Mellencamp den traditionellen Folksong From Baltimore to Washington unter dem Titel To Washington mit einem neuen Text aufnahm, der sich kritisch mit der Amtszeit George W. Bushs auseinandersetzte. Die traditionellen Country- und Folksender im Mittleren Westen weigerten sich daraufhin, Lieder des Albums zu spielen. Trotzdem erreichte es Platz 1 der Blues-Charts.

    2004 setzte er sich in der Vote for Change Tour für die Wahl John Kerrys ein. Im selben Jahr erschien Words & Music: John Mellencamp’s Greatest Hits, ein weiteres Best-of-Album. Neben den größten Hits wie Hurts So Good, Jack & Diane, Human Wheels und Wild Night enthält die Doppel-CD zwei neue Lieder, Walk Tall und Thank You.

    2005 tourte er zusammen mit Rockmusiker John Fogerty. Sämtliche Alben aus seiner Zeit bei Mercury Records wurden in diesem Jahr in den USA mit remastertem Sound und jeweils einem seltenen Bonusstück wiederveröffentlicht.

    Freedom’s Road

    Im Januar 2007 erschien Freedom’s Road. Es war nach fünf Jahren John Mellencamps erstes Album ausschließlich mit Neukompositionen. Für die Vermarktung des Albums betrat Mellencamp Neuland, indem er die erste Single Our Country einem amerikanischen Automobilhersteller anbot, der es in einem Werbespot für einen neuen Truck verwendete. Mellencamp begründete diesen Schritt damit, dass die großen Musiksender seine Videos kaum noch spielten und er neue Wege suchen müsse, neues Material zu promoten.

    Das Album selbst kann als ein persönlicher Kommentar zur aktuellen politischen Lage der USA angesehen werden. Im typischen Stil des amerikanischen Protestsongs zeichnet Mellencamp ein düsteres Bild des heutigen Amerikas, beschwört aber gleichzeitig dessen Ideale. So erinnert die erste Single Our Country nicht zufällig an Woody Guthries This Land Is Your Land, genauso wenig wie er für Jim Crow Joan Baez zu einem Duett ins Studio holte. Das letzte Stück Rodeo Clown, eine beißende Kritik an der Politik George Bushs, ist auf dem Album nicht gelistet und hinter dem letzten Track versteckt.

    Am 10. Februar 2007 stieg Freedom’s Road auf Platz 5 der Billboard-Albumcharts ein. Es war der höchste Charteinstieg in Mellencamps Karriere.

    Anfang 2008 kündigte Mellencamp sein neues Album Life, Death, Love and Freedom an, in dem er erneut vor allem die sozialen Probleme Amerikas in den Vordergrund stellt. Die erste Single Jena, ein Lied über den Fall der so genannten Jena Six, provozierte eine wütende Erwiderung des Bürgermeisters der Stadt Jena (Louisiana). Das von T-Bone Burnett produzierte Album erschien Mitte Juli 2008. Zusätzlich zur Standard-CD enthält es auch eine DVD, auf der das komplette Album im neuartigen Soundstandard CODE enthalten ist. Dieser Standard soll auf herkömmlichen Wiedergabegeräten eine maximale Klangqualität ohne hörbare Unterschiede zum Originalmaster ermöglichen.

    No Better Than This

    Das Album No Better Than This erschien am 17. August 2010. Mit dem Werk, welches von T Bone Burnett produziert wurde, ist eine raue Mischung aus Blues, Country, Rockabilly und Western. Schwerpunktmäßig wende es sich dem Folk. Mellencamp selbst sagte zu dem Album, es sei „as American folk as I’ve ever been“. Das Album wurde komplett in Mono auf einem Tonbandgerät aus den 1950er Jahren mit einem einzigen Raummikrofon aufgenommen. Mellencamps jüngstes Album Plain Spoken erschien 2014.

    Musical

    Mellencamp führt Regie bei der Musical-Umsetzung des Stephen King Romans Showtime.

    Ehrung

    Gemeinsam mit Leonard Cohen, The Dave Clark Five, The Ventures und Madonna wurde John Mellencamp am 10. März 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Zeremonie fand im New Yorker Waldorf Astoria Hotel statt.

    Diskografie

    Kompilationen

    Weitere Alben:

    • 1976: Chestnut Street Incident
    • 1978: A Biography
    • 1983: The Kid Inside
    • 2007: 20th Century Masters: The Best of
    • 2009: Life, Death, Live and Freedom
    • 2010: On the Rural Route 7609
    • 2013: Ghost Brothers of Darkland County (Musical-Album)
    • 2014: Performes Trouble No More Live At Town Hall

    Weblinks

    Quellen

    1. netglimse.com
    2. Stephen King Slashing His Way to Joyland. Zugriff am 10. April 2012
    3. a b c Chartquellen: DE CH UK US

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