Enslaved

  • Enslaved (engl.: ‚versklavt‘) ist eine 1991 gegründete Viking-/Progressive-Metal-Band aus Norwegen.

    Geschichte

    Enslaved wurde 1991 von Grutle Kjellson (Bass, Gesang) und Ivar Bjørnson (Gitarre, Keyboards) in Haugesund (Norwegen) gegründet. Vorher spielten sie in einer Death-Metal-Band namens Phobia), sondern schrieb Lieder über die Sagen und Mythen ihrer Vorfahren, den Glauben an Odin und die Asen. Dadurch gilt die Band als eine der Begründer des Viking Metals. Zwar bediente sich bereits die schwedische Band Bathory in ihren Texten der Thematik der Wikinger, benutzte jedoch nicht diesen Begriff für ihre Musik. Des Weiteren vermied Enslaved die für den Black Metal typische Verwendung von Pseudonymen, ließ ab dem zweiten Demo Yggdrasill viele folkloristische Elemente in ihre Lieder einfließen und verband krächzenden Schrei-Gesang mit hymnischen Männerchören.

    In der Anfangszeit waren die Musiker extrem auf ihre Band fixiert und „verbrachten kaum Zeit mit anderen Menschen“. Das erste Demo Nema aus dem Jahre 1991 war für die Mitglieder nicht zufriedenstellend, weswegen sie neue Lieder für ihr zweites Demo Yggdrasill aufnahmen. Dieses sandten sie an Mayhem-Mitbegründer Euronymous, der Inhaber des Plattenlabels Deathlike Silence Productions war und ihnen daraufhin einen Vertrag anbot. Nach dessen Ermordung erschien das ihm gewidmete Debütalbum Vikingligr Veldi 1994 bei einem seiner Geschäftspartner auf dem Label Voices of Wonder.

    Enslaved bekam danach einen Vertrag von dem französischen Label Osmose Productions, welches zu dieser Zeit viele bekannte Black-Metal-Bands unter Vertrag hatte. Dort erschien noch 1994 ihr zweites Album Frost, welches den Begriff des „Viking Metal“ auf der Rückseite des Beihefts stehen hatte; Bjørnson erklärt, dass es wichtig sei, wie man seine Musik bezeichnet, und es für die Band natürlich gewesen sei, einen anderen Begriff als „Black Metal“ für die eigene Musik zu verwenden. Durch Frost erlangte die Band große Bekanntheit und einen gewissen Status innerhalb der Szene.

    Mit dem Nachfolgeralbum Eld (1997) führte Enslaved dann erstmals Elemente des Progressive Rock in ihre Musik ein, was teilweise Kritik puristischer Black-Metal-Anhänger einbrachte.

    Das Nachfolgealbum Mardraum war wieder ein Schritt in die andere Richtung und übertraf vom experimentellen Charakter her alle bisherigen Veröffentlichungen der Band. Auf diesem veröffentlichte sie mit Entrance-Escape erstmals offiziell Material in englischer Sprache, da Roy Kronheim den Text geschrieben hatte. Danach folgte 2001 das Album Monumension, dem Besetzungswechsel und in den folgenden zwei Jahren die Arbeit an dem erfolgreichen Album Below the Lights folgten, welches dann 2003 erschien. Below the Lights stellt in kommerzieller Hinsicht den größten Erfolg der Band dar, denn dieses Album führte zu einer Nominierung für den Spellemannpris in der Kategorie „Bestes Metal-Album“, den dann allerdings doch Satyricon mit Volcano gewann.

    Die Band wechselte 2003 zum Label Tabu Recordings, da die Motivation bei der Zusammenarbeit von Osmose und Enslaved nach dem Eindruck der Band auf beiden Seiten nachließ und die Kommunikation laut Bjørnson dadurch erleichtert werde, dass das neue Label aus ihrem Heimatland komme

    Im Mai 2006 erschien mit Ruun das neunte Studioalbum, für das ihnen am 27. Januar der nächste Spellemannpris verliehen wurde. Nach einer Europatournee spielte die Band am 15. Juli auf dem Osloer Norwegian-Wood-Festival zusammen mit Evanescence und Korn. Zudem steuerte die Band für den Stummfilmklassiker "Terje Vigen" von Henrik Ibsen den Titel "Ruun" vom gleichnamigen Album als Soundtrack bei.

    2008 folgte mit Vertebrae das zehnte Studioalbum der Band. Es erreichte Platz 20 in den norwegischen Albumcharts und wurde von den Kritikern des Musikmagazins Terrorizer zum Album des Jahres gewählt.

    Am 27. September 2010 erschien mit Axioma Ethica Odini das elfte Studioalbum der Band,

    Im Jahr 2012 unterschrieben Enslaved einen weltweiten Vertrag beim Label Nuclear Blast .

    Diskografie

    Alben

    • 1994: Vikingligr Veldi
    • 1994: Frost
    • 1997: Eld
    • 1998: Blodhemn
    • 2000: Mardraum: Beyond the Within
    • 2001: Monumension
    • 2003: Below the Lights
    • 2004: Isa
    • 2006: Ruun
    • 2008: Vertebrae
    • 2010: Axioma Ethica Odini
    • 2012: RIITIIR
    • 2015: In Times

    Demos

    • 1991: Nema
    • 1992: Rehearsal ’92
    • 1992: Yggdrasill

    EPs

    • 1993: Hordanes Land
    • 2011: The Sleeping Gods

    Splits

    • 1993: Emperor/Hordanes Land (Split mit Emperor)
    • 1995: The Forest is My Throne/Yggdrasill (Split mit Satyricon)

    DVDs

    • 2003: Live Retaliation (Live-DVD)
    • 2005: Return to Yggdrasill – Live in Bergen (Live-DVD)

    Box-Sets

    • 2009: The Wooden Box (Box)

    Samplerbeiträge

    • 1995: Jesus Saves auf Slatanic Slaughter
    • 1996: Procreation (of the Wicked) auf In Memory of . . . Celtic Frost
    • 1998: Natassja in Eternal Sleep auf Darkthrone Holy Darkthrone – Eight Norwegian Bands Paying Tribute

    Auszeichnungen

    • 2000: Spellemannprisen für Album Mardraum: Beyond the Within (nominiert)[13]
    • 2003: Spellemannprisen für Album Below the Lights (nominiert)[14]
    • 2004: Spellemannprisen für Album Isa (gewonnen)[15]
    • 2006: Spellemannprisen für Album Ruun (gewonnen)[16]
    • 2008: Spellemannprisen für Album Vertebrae (gewonnen)[17]
    • 2010: Spellemannprisen für Album Axioma Ethica Odini (gewonnen)[18]
    • 2012: Spellemannprisen für Album RIITIIR (nominiert)[12]

    Weblinks

    Quellen

    1. a b c d e Ulf Hellbilly: Handlungsreisende in Sachen nordische Klangwerke. In: A-blaze, Nr. 1, August/September 2007, S. 23ff.
    2. a b c Tom Bartlett: Enslaved - Seit 15 Jahren dabei und noch immer Wikinger (Ivar Bjørnson/Grutle Kjellson/Herbrand Larsen). 2006, abgerufen am 14. Mai 2010.
    3. a b Interview mit Grutle bei Terrorverlag
    4. Carlos Rodríguez: Enslaved Interview. 2008, abgerufen am 14. Mai 2010 (englisch).
    5. Björn Thorsten Jaschinski: Enslaved. In: Legacy, Nr. 8, abgerufen am 27. September 2012.
    6. Enslaved - Axioma Ethica Odini; Tracklist auf stormbringer.at, zugegriffen am 9. September 2010
    7. a b Chartquellen: Norwegen - Deutschland - Österreich - Schweiz
    8. Review von Axioma Ethica Odini auf vampster.com, zugegriffen am 2. Oktober 2010
    9. Enslaved - The Sleeping Gods
    10. ENSLAVED – unterschreiben bei Nuclear Blast! 26. April 2012, abgerufen am 13. Februar 2013.
    11. RIITIIR - Enslaved. Abgerufen am 13. Februar 2013.
    12. a b Nominasjoner og programleder til Spellemann 2012 er klare. 12. Februar 2013, abgerufen am 13. Februar 2013 (norwegisch).
    13. Vinnere/Nominerte (2000) auf spellemann.no, zugegriffen am 29. Januar 2011
    14. Vinnere/Nominerte (2003) auf spellemann.no, zugegriffen am 29. Januar 2011
    15. Vinnere/Nominerte (2004) auf spellemann.no, zugegriffen am 29. Januar 2011
    16. Vinnere/Nominerte (2006) auf spellemann.no, zugegriffen am 29. Januar 2011
    17. Vinnere/Nominerte (2008) auf spellemann.no, zugegriffen am 29. Januar 2011
    18. Vinnere/Nominerte (2010) auf spellemann.no, zugegriffen am 12. März 2011

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