Saxon

  • Saxon ist eine 1979 in Barnsley (Yorkshire, England) gegründete Heavy-Metal-Band. Als Vorreiter der New Wave of British Heavy Metal hatten sie Anfang der 1980er Jahre eine kurze Phase mit Top-40-Platzierungen in den Charts in Großbritannien und auch Erfolg im restlichen Europa und Japan.

    Bandgeschichte

    Saxon entstanden 1976 in South Yorkshire unter dem Namen Son of a Bitch. Die Gründungsmitglieder waren Peter „Biff“ Byford (Gesang), Paul Quinn, Graham Oliver (beide Gitarre), Steve Dawson (Bass) und Pete Gill (Schlagzeug). Graham Oliver und Steve Dawson spielten damals in einer Band namens SOB und vereinigten sich mit Coast, der Band von Paul Quinn und Biff Byford. Unter diesem Namen tourte die Band unter anderem mit der Ian Gillan Band. Später benannten sie die Band von Son of a Bitch in Saxon (Englisch ‚Sachse‘) um und unterstützten bekanntere Bands wie Motörhead auf deren Tourneen.

    1979 unterschrieb die Band einen Vertrag bei Carrere und veröffentlichte im selben Jahr ihr Debütalbum unter dem Titel Saxon. 1980 folgte Wheels of Steel mit den beiden Singles Wheels of Steel und 747 (Strangers in the Night). Im September desselben Jahres folgte Strong Arm of the Law. Der Chart-Erfolg setzte sich mit Singles vom nächsten Album Denim and Leather fort. Zu diesem Zeitpunkt stand Saxon an der Spitze der New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM).

    Nach dem Album Denim and Leather verließ Schlagzeuger Pete Gill die Band und wurde durch Nigel Glockler ersetzt.

    Eine lange Serie von Headliner-Touren durch Großbritannien setzte den Erfolg fort, in den US-Markt konnten sie jedoch nie vordringen. 1982 wurde das Live-Album The Eagle Has Landed veröffentlicht. Das 1983 veröffentlichte Album Power & the Glory nahm die Band in den USA mit Jeff Glixman, dem Produzenten von unter anderem Kansas und Gary Moore auf. Mit dem Album Crusader von 1984 versuchte die Band, ihre Musik stärker auf kommerzielle Interessen auszurichten. Der kommerzielle Erfolg blieb aus, ein großer Teil der ursprünglichen Fans ging durch diese Stiländerung verloren, und statt des erhofften Durchbruchs kam der Einbruch. 1986 verließ Bassist Steve Dawson die Band und wurde durch Paul Johnson ersetzt.

    Die nächsten Alben erreichten zwar noch die britischen Album-Charts, jedoch mit zunehmend schlechterer Platzierung, Destiny (1988) war das letzte Album, das überhaupt noch die Charts in der Heimat von Saxon erreichte. Auf diesem Album spielte statt Nigel Glockler der Schlagzeuger Nigel Durham. Glockler trat der Band GTR bei. Der Wechsel wurde jedoch kurze Zeit später wieder rückgängig gemacht. Bassist Paul Johnson verließ die Band und wurde durch den 22-jährigen Tim "Nibbs" Carter ersetzt. Daraufhin ging die Band auf Welttour, die u.a. durch Paraguay, Mexiko, Brasilien, Uruguay, Neuseeland und mit Manowar durch Deutschland führte. 1989 wurde während der Tour das Live-Album Rock 'n' Roll Gypsies veröffentlicht, dass in Ungarn aufgenommen wurde. 1990 folgte das Live-Album Greatest Hits Live, dass in Nottingham aufgenommen wurde. 1991 und 1992 erschienen in dieser Besetzung die Alben Solid Ball of Rock und Forever Free, die nur in Deutschland sichtbaren Erfolg hatten.

    Nach dem Album Dogs Of War 1995 verließ Graham Oliver die Band, um mit Steve Dawson und Pete Gill die Band Son of a Bitch zu reformieren. Diese veröffentlichten 1996 das Debütalbum Victim You. Bei Saxon wird Oliver durch Doug Scarratt ersetzt. Dieser ist auf dem Album Unleash the Beast von 1997 erstmals auf einem Studioalbum zu hören. 1996 erschien bereits das Live-Album The Eagle Has Landed – Part II. 1997 und 1998 folgten die Live-Alben Donnington: The Live Tracks und BBC Sessions / Live at Reading Festival '86.

    Während der Aufnahmen zum Album Metalhead, das 1999 erschien, verließ Nigel Glockler erneut die Band und wurde durch den Deutschen Fritz Randow ersetzt. Dieser spielt fast die komplette Endversion des Albums. Auch das 2001 erschienene Album Killing Ground ist in dieser Besetzung aufgenommen. In dieser Zeit wollten die Ex-Mitglieder Oliver und Dawson die Namensrechte für Saxon einklagen. Byford und Quinn gewannen jedoch den Prozess. So wurde die Band Son of a Bitch, die Pete Gill inzwischen wieder verlassen hatte, in Oliver/Dawson Saxon umbenannt.

    Für das Album Lionheart (2004) und die Tour wurde Jörg Michael verpflichtet, da sich Fritz Randow auf Victory konzentrieren wollte. 2005 kehrte Nigel Glockler erneut zurück. 2006 erschien das Live-Album The Eagle Has Landed – Part III .

    Im März 2007 erschien das Album The Inner Sanctum. Die Tour zu diesem Album wurde mit Masterplan und Hellfueled bestritten. Im selben Jahr erschien die dazugehörige DVD To Hell And Back Again. Daraufhin veröffentlichte Biff Byford seine Biografie Saxon - Never Surrender (Or Nearly Good Looking). 2008 war die Band nach 30 Jahren erneut mit Motörhead auf Tour.

    Bereits im Januar 2009 erschien mit Into The Labyrinth ein neues Album. Die Tour dazu wurde mit Iced Earth bestritten. 2011 erschien mit Heavy Metal Thunder - The Movie ein Film der Band und ein neues Album namens Call to Arms. 2012 erschien das Live-Album Heavy Metal Thunder – Live – Eagles Over Wacken, dass aus alten Wacken Open Air Konzerten zusammengestellt ist.

    2013 erschien das Album Sacrifice. Ein Jahr später folgte das Live-Album St. George’s Day Sacrifice: - Live in Manchester. Im Dezember 2014 erlitt Schlagzeuger Nigel Glockler eine Hirnblutung, woraufhin eine Großbritannien-Tour verschoben werden musste. Daraufhin musste Glockler wegen eines Lebensbedrohlichen Hirn-Aneurysma operiert werden. Nachdem eine erste Operation keinen Erfolg erzielte, konnte er im Frühjahr 2015 wieder heim. Als Ersatz-Schlagzeuger wurde Sven Dirkschneider (Sohn von Ex-Accept-Sänger Udo Dirkschneider) verpflichtet.

    Im Laufe der Zeit besannen sich die Band zwar wieder auf ihre Wurzeln, jedoch traten sie aus dem Schatten anderer NWoBHM-Größen wie Iron Maiden oder Judas Priest nie mehr richtig heraus. Dennoch konnten sie eine solide Fan-Gemeinde zurückgewinnen, sodass sie heutzutage auf Festivals meistens als einer der Hauptacts genannt werden.

    Musikstil und Texte

    Mit ihren Frühwerken gehörte die Band „zur Speerspitze der NWOBHM, die Anfang der Achtziger die eingerostete Hardrock-Szene aufmischte“.

    Frank Albrecht vom Rock Hard bezeichnet einen Teil des Materials auf Wheels of Steel als „echt brutal

    Als unverzichtbar bezeichnete Albrecht auch die folgenden Alben Denim and Leather und Power & the Glory; bei ersterem stimme „nun wirklich alles: Alleine der Opener ‚Princess Of The Night‘ (vielleicht der größte Band-Hit aller Zeiten) raubt einem den Atem - genau wie ‚Never Surrender‘, ‚And The Bands Played On‘ und die unsterbliche Hymne an die eigenen Fans, das Titelstück, unersetzliche Bestandteile eines SAXON-Konzerts sind.“ Er hob auch Midnight Rider hervor, in dessen Text Byford die Erinnerung an die erste US-Tournee textlich verarbeitete. Bei Power & the Glory hob Albrecht den „fast schon thrashigen“ Titel This Town Rocks hervor.

    Die Band entwickelte sich „eine Weile in Richtung Mainstream“

    Für Destiny schrieb Byford wieder eigene Texte. „Die Gefühle sind tiefer, viel persönlicher. Wenn die ganze Band ihren Teil dazu beiträgt, ist es weitaus schwieriger, einen Song zusammenzustellen, versteht Du?“

    1990 kehrte die Band laut Albrecht „wieder auf den rechten schwermetallischen Pfad“; seitdem sei sie „ein fester Bestandteil unserer Szene“. „Auch und gerade live“ sei sie „nicht zuletzt dank ihres außergewöhnlichen Frontmanns Biff und ihrem Hang zu ausufernden, mehrstündigen Sets eine absolute Bank“.

    Diskografie

    → Hauptartikel: Saxon/Diskografie

    Weblinks

    Quellen

    1. a b Matthias Mader: Holocaust. Falsch verbunden. In: Rock Hard, Nr. 315, August 2013, S. 61.
    2. http://www.metal-hammer.de/news/meldungen/article671862/nigel-glocklers-saxon-erste-hirn-op-nicht-erfolgreich.html
    3. http://www.metal-hammer.de/news/meldungen/article670647/saxons-nigel-glockler-wegen-hirnblutung-im-krankenhaus.html
    4. a b c d e Frank Albrecht: Seziertisch. In: Rock Hard, Nr. 309, Januar 2013, S. 74.
    5. Eduardo Rivadavia: Saxon - Saxon, abgerufen am 18. August 2013.
    6. a b Eduardo Rivadavia: Wheels of Steel - Saxon, abgerufen am 18. August 2013.
    7. Frank Albrecht: Darkthrone. Das Wort zum Sonntag. In: Rock Hard, Nr. 310, März 2013, S. 56.
    8. a b c d e f Pete Makowski: In His Own Words. In: Metal Hammer/Crash, Nr. 5, Mai 1988, S. 30.
    9. Bathory - Under the sin, abgerufen am 18. August 2013.
    10. Eduardo Rivadavia: Strong Arm of the Law - Saxon, abgerufen am 18. August 2013.
    11. Jenny Rönnebeck: Hair Metal. »Wir wollten nicht nur Image sein«. In: Rock Hard, Nr. 310, März 2013, S. 41.
    12. a b Frank Albrecht: Seziertisch. In: Rock Hard, Nr. 309, Januar 2013, S. 75.
    13. Chartquellen: DE AT CH UK US

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