Kingdom

Dave Gahan

  • David „Dave“ Gahan

    Biografie

    Kindheit und Jugend

    David Gahan wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Bereits kurz nach seiner Geburt trennten sich seine Eltern, zu seinem leiblichen Vater Len hatte er keinen Kontakt mehr. Mutter Sylvia heiratete ihren zweiten Ehemann Jack Gahan, der David und seine ältere Schwester Susan adoptierte. Die Brüder Peter und Philip bereicherten kurz darauf die Gahan-Familie. Jedoch verstarb sein Adoptivvater, als David zehn Jahre alt war. Im Alter von 13 Jahren schloss sich Gahan der Punk-Szene an.

    Nach Abschluss der Schule versuchte Gahan, sich mit diversen Jobs über Wasser zu halten, bis er schließlich am Southend Art College, einer Kunsthochschule, angenommen wurde. Dort schloss er eine Ausbildung zum Designer ab. Zu dieser Zeit war er noch immer stark vom Punk-Rock geprägt, hörte Gruppen wie Generation X und The Damned und besuchte deren Konzerte.

    Aufstieg mit Depeche Mode

    1979 traf Gahan auf Vince Clarke, der gerade zusammen mit Martin Gore die Band French Look gegründet hatte. Gahan übernahm für die Band Tätigkeiten am Mischpult. Aus French Look ging kurze Zeit später die Band Composition of Sound hervor, an der auch Andrew Fletcher beteiligt war. Zunächst übernahm Gahan Roadie-Tätigkeiten, später engagierte ihn die Band als Sänger. Anschließend benannte sich die Band in Depeche Mode um. Den Namen hatte Gahan vorgeschlagen, inspiriert durch das französische Modemagazin Dépêche Mode.

    Nachdem die Band von Daniel Miller, dem Chef des Plattenlabels Mute, bei einem Konzert entdeckt wurde, erschien 1981 das erste Album Speak & Spell. Die dritte Single-Auskopplung Just Can't Get Enough erreichte in Großbritannien bereits Chartplatz acht. Mit der Single People Are People gelang Depeche Mode 1984 der internationale Durchbruch (u. a. Platz eins in Deutschland), 1988 erreichte die Band ihren vorläufigen Höhepunkt, als sie im Pasadena Rosebowl Stadium vor über 60.000 Zuschauern das Abschlusskonzert einer 101 Auftritte umfassenden Welttournee gab.

    Dave Gahan heiratete 1985 Joanne Fox, von der er sich 1991 scheiden ließ. Zusammen haben sie einen Sohn, Jack. 1992 heiratete er in Las Vegas die Rockjournalistin Teresa Conroy, von der er Mitte der 90er-Jahre wieder geschieden wurde. Gahan lebt zurzeit mit seiner dritten Ehefrau Jennifer, deren Sohn (Jimmy) aus einer früheren Beziehung, den er adoptiert hat, und der gemeinsamen Tochter Stella Rose, die 1999 geboren wurde, in New York.

    Gesundheitliche Probleme

    Bereits in den frühen 90er-Jahren gab sich Gahan zunehmend Drogen hin, er wurde heroin- und kokainabhängig. Nach der kräftezehrenden Songs of Faith and Devotion-Tour 1993/94 (insgesamt 174 Konzerte in 14 Monaten) wuchsen die Spannungen innerhalb der Band.

    Nach einem Suizid-Versuch am 17. August 1995 (er schnitt sich die Pulsadern auf) wurde er in eine Entzugsklinik eingewiesen. Bereits nach wenigen Tagen wurde er wieder entlassen. Am 28. Mai 1996 spritzte er sich in einem Hotelzimmer einen Speedball, einen Cocktail aus Heroin und Kokain. Er war daraufhin für zwei Minuten klinisch tot, jedoch konnten ihn die Notärzte wiederbeleben. Erneut kam er in eine Entzugsklinik, diesmal auf gerichtliche Anordnung für neun Monate. Diesmal schaffte er den Ausstieg und ist seitdem nach eigener Aussage clean. Die Band setzte daraufhin die Aufnahmen zum nächsten Album Ultra fort, das bereits 1997 erschien. Es gab aber aufgrund der damaligen Probleme nur ein paar kleine Auftritte mit ein paar Songs anstatt einer Tour.

    Mitte Mai 2009 wurde die „Tour of the Universe“ unterbrochen, da Gahan nach offiziellen Angaben an einer Magen-Darm-Infektion litt. Kurz darauf musste er sich in New York der operativen Entfernung eines bösartigen Blasentumors unterziehen.

    Solo

    Bei Depeche Mode schreibt Martin Gore die Songs. Doch nach seinen Drogenerfahrungen entdeckte auch Gahan die Lust am Songschreiben. Auf die Alben Ultra und Exciter schaffte es allerdings keiner seiner Songs. Deshalb entschied er sich dafür, ein Solo-Album zu veröffentlichen. Nach der Exciter-Tour ging er mit seinem Freund Knox Chandler ins Studio, 2003 schließlich erschien Paper Monsters. Auf der folgenden weltweiten Tour spielte Gahan mit seiner Band, bestehend aus Knox Chandler (Gitarre), Martyn LeNoble (Bass), Vincent Jones (Keyboard) und Victor Indrizzo (Schlagzeug), neben seinen neuen Songs auch Depeche-Mode-Klassiker. Anfang 2004 wurde die Tour-DVD Live Monsters veröffentlicht.

    Bestärkt durch den Erfolg seines Soloalbums, setzte Gahan durch, dass das nächste Depeche-Mode-Album Playing the Angel auch drei Songs von ihm enthielt: Suffer Well, I Want It All und Nothing's Impossible. Suffer Well wurde sogar als Single veröffentlicht und 2007 für den Grammy als „Best Dance Recording“ nominiert.

    Im Mai 2007 trat Gahan erstmals wieder zusammen mit den alten Bandkollegen seiner Solotour, LeNoble, Indrizzo und Jones, auf. Außerdem wurde Gahan bei den zwei Songs im Rahmen der Benefiz-Veranstaltung MusiCares von John Frusciante (Red Hot Chili Peppers) begleitet. Am Rande dieses Kurzkonzerts gab Gahan bekannt, dass er an seinem zweiten Soloalbum Hourglass arbeitet. Die CD-Version von Kingdom erschien am 5. Oktober, das Album Hourglass folgte am 19. Oktober. Die reguläre CD umfasst zehn Songs, die Gahan gemeinsam mit Christian Eigner und Andrew Phillpott geschrieben hat, auf der Deluxe Edition des Albums ist noch eine DVD mit Studioaufnahmen beigelegt. Am 11. März erschien außerdem – nur in den USA und nur als Vinyl mit Bonus-CD – Hourglass Remixes.

    Im Jahr 2012 ist Dave Gahan der Sänger sowie Songwriter des neuen Soulsavers-Album The Light The Dead See. Das Album erschien im Mai 2012. Das komplette Album war schon am 15. Mai vorweg im Stream zu hören.

    Diskografie

    Kollaborationen

    Literatur

    •  Trevor Baker: Dave Gahan – Sein Leben mit Depeche Mode. Hannibal Verlag, Höfen 2010, ISBN 978-3-85445-319-2.

    Weblinks

    Referenzen

    1. Rocklist.net...Q Magazine Lists
    2. Q286 Exclusive preview - News - QTheMusic.com
    3. a b Jürgen Seibold: Depeche Mode, S. 21, Verlagsunion Erich Pabel/Arthur Moewig KG, Rastatt, 1990, ISBN 3-8118-3066-X
    4. a b Jürgen Seibold: Depeche Mode, S. 22, Verlagsunion Erich Pabel/Arthur Moewig KG, Rastatt, 1990, ISBN 3-8118-3066-X
    5. Bandmanager Jonathan Kessler sagt im Film 101: "Paid attendance was 60.453" – siehe auch Depeche Mode – Stripped, Jonathan Miller, Seite 265
    6. Depeche Mode's Dave Gahan Undergoes Cancer Surgery auf www.mtv.com
    7. http://archives.depechemode.com/video/exclusives/20070511_musicares.html
    8. Dave Gahan mit erstem "Download-Only"-Titel. media-control.de, 4. September 2007, abgerufen am 31. August 2012.
    9. Musikexpress.de: Dave Gahan im ME-Interview: "Ich war ein Arschloch!"
    10. Soundcloud.com: Stream the new album 'The Light The Dead See' from Soulsavers here
    11. a b c d Quellen: DE AT CH UK

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