Stevie Ray Vaughan And Double Trouble

  • Stevie Ray Vaughan (auch bekannt unter dem Kürzel SRV) (* 3. Oktober 1954 in Dallas, Texas; † 27. August 1990 in East Troy, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Blues- und Bluesrock-Musiker, der in einer Reihe mit Gitarren-Heroen wie Jimi Hendrix, Johnny Winter und Eric Clapton genannt wird. Obwohl für einen Künstler aus dem Bluesgenre kommerziell ungewöhnlich erfolgreich – sowohl an der Konzertkasse als auch im Verkauf von Tonträgern –, hat er seine tief im Blues verwurzelte Musik doch nie verwässert. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass in den 1980er Jahren (und weit darüber hinaus) das Interesse für den Blues wieder geweckt worden ist.

    Leben

    Stephen ("Stevie") Ray Vaughan wurde als zweiter Sohn von Martha und Jimmie Lee Vaughan in Dallas, Texas geboren und begann 1963 unter dem Einfluss seines älteren Bruders Jimmie Lawrence wie dieser ebenfalls Gitarre zu spielen David Bowie hörte ihn in Montreux erstmals und engagierte ihn für sein 1983er Album Let’s Dance sowie für die Tournee Serious Moonlight. Jedoch verließ Vaughan die Tourband schon während der Proben für die Tour, wohl um sich eigenen Projekten zu widmen.

    Jackson Browne hatte Stevie ebenfalls in Montreux gehört und ihm angeboten, bei Gelegenheit sein Aufnahmestudio kostenlos nutzen zu dürfen. Dort nahmen Vaughan und Double Trouble im November 1982 in wenigen Tagen ihr erstes Album Texas Flood auf. John Hammond, der maßgeblich an der Entdeckung u. a. von Charlie Christian, Billie Holiday, Aretha Franklin und Bob Dylan beteiligt gewesen war, hörte Live-Aufnahmen der Band und verschaffte ihr den ersten Plattenvertrag bei Epic. 1985 kam Keyboardspieler Reese Wynans zum Lineup der Band hinzu, mit dem das dritte Album aufgenommen wurde, Soul To Soul. Vaughans Drogen- und Alkoholkonsum wurde mit seinem zunehmendem Erfolg immer exzessiver. 1986 musste eine Tournee nach einem Zusammenbruch Vaughans in Deutschland vorzeitig abgebrochen werden. Im selben Jahr erschien dennoch das Doppel-Live-Album Live Alive. Dem Entzug folgte das fünfte Album In Step, das Vaughans Aussagen zufolge das erste Album war, das ohne den Einfluss von Drogen zustande kam. Für In Step erhielt Vaughan einen Grammy. Mit „In Step“ sind die Stufen (engl. Steps) gemeint, die nötig sind, um die Sucht zu überwinden. Die Veröffentlichung des Albums Family Style mit seinem Bruder Jimmie Vaughan erlebte er nicht mehr. Das Album The Sky Is Crying wurde von Jimmie Vaughan aus Aufnahmen verschiedener Perioden zusammengestellt.

    Stil

    Sein Stil war geprägt durch Einflüsse schwarzer Bluesmusiker, besonders durch Albert King,

    Vaughan arbeitete fast ausschließlich mit traditionellem Rock’n’Roll-Equipment der 1950er und frühen 1960er Jahre, erweitert um die „psychedelischen“ (analogen) Effekte der Hendrix-Ära. Sein unverwechselbarer, zugleich klarer und „fetter“ Ton war geprägt von übersteuerten alten Fender-Röhrenverstärkern und Gitarren mit Single Coil Tonabnehmern. Im Zusammenhang mit den dicken Gitarrensaiten, die er aufzog und die er – wie vor ihm Jimi Hendrix – tiefer stimmte,

    Zu einer Zeit, in der digitale Synthesizer und Drummachines in, längere Gitarrensoli dagegen out waren, bedeutete Vaughans Musikstil eine Rückkehr zum Ursprung, zum Blues. Damit wurde Vaughan zum Initiator des Blues-Revivals der 1980er Jahre. Ganze Generationen von Gitarristen haben sich in seiner Folge wieder bluesorientierten Spielweisen und Sounds zugewendet (u. a. Kenny Wayne Shepherd, John Mayer).

    Equipment

    Wie sein Stil widersprach auch Vaughans Equipment dem in den frühen 1980er Jahren üblichen Trend: Seine Standardgitarre war eine abgenutzte Fender Stratocaster, genannt Number One. Stevie sah die Gitarre 1973 in Ray Hennig’s Heart Of Texas Music Shop in Austin, Texas. Nach eigener Aussage wusste er, noch ehe er sie Probe gespielt hatte, dass er sie gegen seine 1963er Stratocaster eintauschen wollte, die er 1969 gekauft hatte.

    Stevie spielte in der Frühzeit von Double Trouble meist zwei Fender Vibroverbs mit jeweils einem 15-Zoll-Lautsprecher sowie einen Marshall 4140 Club and Country 2×12 Verstärker mit 100 Watt für unverzerrte Sounds. Kurz vor seinem Tod stand er laut der Zeitschrift Guitar Player mit Michael Soldano in Verbindung, um einen Soldano SLO-100 Amp in sein Setup aufzunehmen.

    Vor den Verstärkern benutzte er in der Regel die folgenden Bodeneffekte: ein Wahwahpedal (meist ein Vox Wah aus den 1960ern), ein oder zwei Ibanez Tubescreamer (jeweils das aktuelle Modell: TS 808, später TS 9, zuletzt TS 10 classic.

    Tod

    Am 27. August 1990 kam Stevie Ray Vaughan um 0:40 Uhr bei einem Hubschrauberabsturz mit einer Bell 206 auf dem Weg nach Chicago ums Leben. Nach einem gemeinsamen Konzert mit Jimmie Vaughan, Robert Cray, Buddy Guy und Eric Clapton auf Claptons Journeyman World Tour im Alpine Valley Music Theatre in East Troy, Wisconsin, bestieg er kurz entschlossen den Hubschrauber, in dem noch ein Platz frei war. Dieser stürzte kurz nach dem Start in hügeligem Gelände ab, wobei Nebel eine Rolle spielte.

    Ehrungen

    1991 wurde der 3. Oktober für den Staat Texas zum "Stevie Ray Vaughan Day" erklärt. 1994 hat die Stadt Austin, Texas, eine Stevie Ray Vaughan Memorial Statue im Auditorium Shores Park am Lady Bird Lake aufstellen lassen.

    Diskografie

    • Texas Flood (1983)
    • Couldn’t Stand the Weather (1984, Deluxe Edition 2010)
    • Soul to Soul (1985)
    • Live Alive (1986)
    • In Step (1989) (Grammy 1990 Best Contemporary Blues Album)
    • Family Style (mit Jimmie Vaughan) (1990) (Grammy 1991 Best Contemporary Blues Album)
    • Pride And Joy (8 Videoclips) (1990)
    • The Sky is Crying (1991) (Grammy 1993 Best Contemporary Blues Album)
    • In The Beginning, Broadcast Live from Austin, TX, April 1, 1980 (1992)
    • Greatest Hits (1995)
    • Live At Carnegie Hall (1997)
    • Sugar Coated Love (1998, Wiederveröffentlichung – mit Lou Ann Barton u. a.)
    • Live At The El Mocambo (1999)
    • The Real Deal: Greatest Hits Volume 2 (1999)
    • Blues at Sunrise (2000)
    • Stevie Ray Vaughan And Double Trouble - The Boxed Set (3CDs und 1 DVD) (2000)
    • Tin Pan Alley - Guitar Heroes Vol. 3 (2000) (Best Of 1983-91, Label: Zounds, alle Titel digital remastered)
    • The Essential (2002)
    • Live At Montreux 1982 & 1985 (2004)
    • Stevie Ray Vaughan & Friends - Solos, Sessions And Encores (2007)

    Mit anderen

    • A New Hi – Cast of Thousands (1971)
    • Texas Twister – Johnny Copeland (1983)
    • Soulful Dress – Marcia Ball (1983)
    • In Session – Albert King (1983)
    • Let’s Dance – David Bowie (1983)
    • Strike like lightening – Lonnie Mack (1985)
    • Twilight Time – Bennie Wallace (1985)
    • Living For A Song – Roy Head (1985)
    • Heartbeat – Don Johnson (1986)
    • Gravity – James Brown (1986)
    • Famous Blue Raincoat – Jennifer Warnes (1986)
    • Emerald City – Teena Marie (1986)
    • I’m In The Wrong Business – A.C. Reed (1987)
    • Characters – Stevie Wonder (1987)
    • Loaded Dice – Bill Carter (1988)
    • Distant Drums – Brian Slawson (1988)
    • Madre Dolcissima – Zucchero (1989)
    • Under The Red Sky – Bob Dylan (1990)
    • Bird Nest On The Ground – Doyle Bramhall (1994)
    • Discografie

    Literatur

    • Joe Nick Patoski, Bill Crawford: Stevie Ray Vaughan: Caught in the Crossfire. Little, Brown and Company, 1993, ISBN 0-316-16068-7.
    • Jeff Kitts (Hrsg.): Guitar World presents Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, ISBN 0-7935-8080-3.
    • Hugh Gregory: Roadhouse Blues: Stevie Ray Vaughan and Texas R&B. Hal Leonard Corporation, 2003, ISBN 978-0-87930-747-9.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Hugh Gregory: 'Road House Blues: Stevie Ray Vaughan and Texas R&B. Backbeat Books, 2003, S. 42-44
    2. Hugh Gregory: 'Road House Blues: Stevie Ray Vaughan and Texas R&B. Backbeat Books, 2003, S. 48
    3. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 2–3
    4. Hugh Gregory: 'Road House Blues: Stevie Ray Vaughan and Texas R&B. Backbeat Books, 2003, S. 47-48
    5. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 4–5
    6. Siehe Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 6
    7. Calen Stone, James Manheim: Stevie Ray Vaughan, Guitarist. encyclopedia.com. 2005. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    8. Before the Flood. Guitar world. Sept. 1983. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    9. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 7–8
    10. Stevie Ray Vaughan
    11. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 3
    12. Siehe Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 48–49
    13. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 35
    14. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 36
    15. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997. S. 9, 36
    16. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 19–20, 29
    17. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 8
    18. Stephen Thomas Erlewine: Stevie Ray Vaughan Biography. allmusic.com. 2010. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    19. Siehe Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 18
    20. Playback: Heart Transplant - The future of Ray Hennig’s Heart of Texas Music, Austin Vintage Guitars, and the HighBall called into question.. Abgerufen am 9. Februar 2013.
    21. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 102
    22. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 102
    23. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 107
    24. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 103
    25. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 103–104
    26. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 108
    27. Stevie Ray Vaughan’s Guitar called “Number One”. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    28. The Fender S.R.V. Signature Series Stratocaster. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    29. Stevie Ray’s King Tone. Abgerufen am 26. Februar 2012.
    30. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 113
    31. Ibanez Tube Screamers History. Abgerufen am 16. Februar 2011.
    32. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, Seite 115f
    33. Jeff Kitt (Hrsg.): Guitar Player presents: Stevie Ray Vaughan. Hal Leonard, 1997, S. 116
    34. Hugh Gregory: 'Road House Blues: Stevie Ray Vaughan and Texas R&B. Backbeat Books, 2003, S. 119
    35. NTSB Archive: CHI90MA244. Abgerufen am 27. Juni 2013.
    36. Tim Hannes Schauen: Beitrag zum 20. Todestag von SRV. Deutschlandfunk, 31. August 2010. Enthält Interview mit Jimmie Vaughan.
    37. Stevie Ray Vaughan Biography. Abgerufen am 3. Oktober 2014.
    38. Readers Poll Results: The 100 Greatest Guitarists of All Time. Abgerufen am 19. Dezember 2014.
    39. 100 Greatest Guitarists. Abgerufen am 7. März 2015.
    40. SRV & Double Trouble Inducted Into Musicians Hall Of Fame. Abgerufen am 19. Dezember 2014.
    41. Stevie Ray Vaughan and Double Trouble to be inducted into Rock and Roll Hall of Fame. Abgerufen am 16. Dezember 2014.
    42. List of awards and nominations received by Stevie Ray Vaughan. Abgerufen am 19. Dezember 2014.

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