Gloria Trevi

  • Gloria Trevi (Gloria de los Angeles Treviño Ruiz; * 15. Februar 1968 in Monterrey, Nuevo León) ist eine mexikanische Musikerin und Schauspielerin. Trevi gilt als eine der erfolgreichsten mexikanischen Musikerinnen, die über 20 Millionen Platten verkauft hat. Ab dem Jahr 2000 verbrachte sie nach Vorwürfen über eine Verwickelung in einen Missbrauchsskandal um ihren Manager und damaligen Ehemann mehrere Jahre im Gefängnis.

    Leben

    Trevi wurde 1968 in Monterrey als ältestes von fünf Geschwistern geboren. Bereits in früher Jugend lernte sie das Klavier und Schlagzeug zu spielen. Nachdem sich ihre Eltern 1978 getrennt hatten, verließ Trevi 1980 ihr Elternhaus und zog im Alter von 12 Jahren nach Mexico City.

    1984 lernte sie dort Sergio Andrade kennen, der ihre Karriere förderte und später ihr Manager wurde.

    In den kommenden Jahren erschienen vier weiter Alben, die sämtlich Platz 1 der mexikanischen Albumcharts erreichten. Ab 1991 trat sie auch in drei Filmen als Schauspielerin auf. Ihr Erfolg brachte ihr den Spitznamen Mexicos Madonna ein.

    1998 heiratete sie Sergio Andrade. Im gleichen Jahr erschien das Enthüllungsbuch Aline, la Gloria Por el Infierno, in dem die Sängerin Aline Hernández, die zuvor mit Andrade verheiratet war, über dessen Privatleben berichtete. Hernández bezeichnete Andrade als Sadisten, der junge Mädchen mit dem Versprechen, ein Star zu werden, gefügig machte und sie dann sexuell missbrauchte. Sie behauptete außerdem, Trevi wäre an diesen Vorgangen ebenfalls beteiligt gewesen.

    Ab 1999 gingen mehrere von Andrades früheren Opfern mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit, darunter Karina Yapor. Trevi und Andrade tauchten daraufhin unter. 1999 gebar sie in Brasilien eine Tochter, die allerdings unter ungeklärten Umständen nach einem Monat verstarb.

    Im Januar 2000 wurden Trevi, Andrade und der ebenfalls am Missbrauch beteiligte Sänger Maria Raquenel Portillo im brasilianischen Rio de Janeiro verhaftet.

    Im Gefängnis stellte sich heraus, dass die Sängerin erneut schwanger war, was laut Trevi auf eine Vergewaltigung durch einen Gefängniswärter zurückzuführen wäre. Die brasilianischen Behörden wiesen über einen DNA-Test nach, dass Andrade der Vater war. Trevis Verteidiger behauptete, dass der DNA-Test fingiert wäre.

    Im gleichen Jahr erschien ihr neues Album Cómo Nace El Universo, das erneut Platz 1 der mexikanischen Charts erreichte. 2011 folgte das Album Gloria und 2013 De Película. Im gleichen Jahr übernahm sie die Hauptrolle in der Telenovela Libre para amarte. 2014 startete die Reality-Fernsehserie A Toda Gloria, die Trevis Leben während der Tour zu ihrem letzten Album zeigt. Am 1. Januar 2015 startete die Filmbiographie Gloria von Christian Keller in den mexikanischen Kinos. Die Hauptrolle übernahm Sofía Espinosa.

    Privatleben

    2005 kam ihr drittes Kind, ein Sohn, zur Welt. Seit dem Jahr 2009 ist sie in zweiter Ehe mit dem Anwalt Armando Gómez verheiratet. Sie lebt in McAllen, Texas.

    Diskografie (Auswahl)

    Alben

    • 1989: ¿Qué hago aquí? (Ariola)
    • 1991: Tu ángel de la guarda (Ariola)
    • 1992: Me siento tan sola (Ariola)
    • 1994: Más turbada que nunca (Ariola)
    • 1995: Si me llevas contigo (Ariola)
    • 2004: Cómo nace el universo (Ariola)
    • 2007: Una rosa blu (Univision Records)
    • 2011: Gloria (Universal Music Latino)
    • 2013: De película (Universal Music)

    Filmografie (Auswahl)

    • 1991: Pelo suelto
    • 1993: Zapatos viejos
    • 1995: Una papa sin catsup
    • 1997: XE-TU Remix (Fernsehserie)
    • 2011: Pequeños gigantes (Fernsehserie)
    • 2013: Libre para amarte (Fernsehserie)
    • 2014: A toda Gloria (Fernsehserie)

    Autobiografie

    • Gloria. Planeta, 2002, ISBN 978-9706907677 (spanisch)

    Literatur

    • Ruben Avina: Aline, la Gloria Por el Infierno. Giron Books, 1998, ISBN 978-9700509358 (spanisch)
    • Karina Yapor: Revelaciones: Mis Amargas Experiencias Con Gloria Trevi, Sergio Andrade y Mary Boquitas. Editorial Grijalbo, 2001, ISBN 978-9700512938 (spanisch)
    • Christopher McDougall: Girl Trouble: The True Saga of Superstar Gloria Trevi and the Secret Teenage Sex Cult That Stunned the World. Rayo, 2004, ISBN 978-0060536626 (englisch)

    Quellen

    1. Chartquellen: Spanien / Mexiko (ab 2007) - USA
    2. a b ‘Mexican Madonna’ Gloria Trevi Shows Off Her Wild Life on Mun2 Reality Series bei variety.com, abgerufen am 5. Januar 2014
    3. a b c Gloria Trevi bei biography.com, abgerufen am 5. Januar 2014
    4. From Sex Cults to Prison Time, Inside the True-Life Telenovela of Gloria Trevi bei billboard.com, abgerufen am 5. Januar 2014
    5. Mexican pop star Gloria Trevi on jail hunger strike bei abc.net.au, abgerufen am 5. Januar 2014
    6. Mexican Star in Sex Case Is Arrested in Rio bei nytimes.com, abgerufen am 5. Januar 2014
    7. a b c Mexico's Madonna free at last in climax to real-life soap bei theguardian.com, abgerufen am 5. Januar 2014

    Weblinks

    Der Text ist unter der Lizenz "Creative Commons Attribution/Share Alike" verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. Einzelheiten sind auf der Seite von Creative Commons beschrieben. Ursprüngliche(r) Autor(en) des verwendeten Textes.