City

  • City ist eine deutsche Musikgruppe. Die Band wurde 1972 in Ost-Berlin gegründet und erlangte den Durchbruch mit ihrem Titel Am Fenster. Anfangs nannten sie sich City Rock Band oder City Band Berlin.

    Geschichte

    City wurde 1972 von Fritz Puppel (Gitarre) und Klaus Selmke (Schlagzeug) in Berlin-Prenzlauer Berg als City Band Berlin gegründet. Sie erweiterten die Band um

    • Ingo Döring (Bass),
    • Frank Pfeiffer (Gesang) und
    • Andreas Pieper (Flöte).

    1974 erfolgte eine Umbesetzung der Band, da Puppel, der als Dozent an der Musikschule Friedrichshain lehrte, mit der Besetzung der Band unzufrieden war.

    • 1974 ersetzte Georgi Gogow (später NO 55), der in einigen Liedern auch die Violine spielte, Döring; Emil Bogdanow kam für Pfeiffer.
    • 1975 übernahm Toni Krahl den Posten des Sängers Bogdanow.

    Die erste Singleveröffentlichung der Band beim DDR-Plattenlabel Amiga erfolgte ebenfalls 1975. Ihren Durchbruch in der Musikszene hatten sie 1977 mit dem Titel Am Fenster. 1978 erschien die gleichnamige LP. In der Bundesrepublik Deutschland und in Griechenland erhielten sie dafür Goldene Schallplatten. Es erfolgte eine weitere Umbesetzung der Band.

    • Rüdiger Barton kam von Magdeburg als Keyboarder (ging später zu Silly)
    • Gisbert Piatkowski (ehemals Magdeburg, später zu NO 55, Modern Soul Band) kam als Gitarrist hinzu.

    In dieser Besetzung erschien die englischsprachige LP Dreamer, die von Jack Rieley von den Beach Boys produziert wurde. Im Ausland erschien das Album als Dreamland. Es war die erste DDR-Schallplatte, die für den englischsprachigen Markt konzipiert war. Als es 1981 zu internen Spannungen in der Band kam, verließen Gogow und Piatkowski die Band und gründeten NO 55. Gogows Posten wurde nicht mehr besetzt, da man der Meinung war, keinen gleichwertigen Ersatz zu finden. In dieser Zeit entstand auch der Slogan: Ohne Bass und ohne Haare mit City durch die 80er Jahre, der auch auf den geringen Haarwuchs einiger City-Mitglieder anspielte. In einigen Liedern wurden eine Basslinie und andere Effekte (auch Streichersounds) mit dem Keyboard eingespielt.

    Manfred Hennig (ehemals Babylon, P.O.N.D. und Elefant) kam 1982 für Barton, der zu Silly wechselte. Nach dieser Umbesetzung übernahm Puppel erneut die Gitarre. Mit den Texten ihrer 1987 erschienenen LP Casablanca brachen sie einige Tabus, unter anderem in den mehrdeutigen Titeln z. B. Susann und Wand an Wand. Im September 1989 gehörten die City-Musiker im Vorfeld der Wende zu den Initiatoren der Resolution von Rockmusikern und Liedermachern für mehr Freiheiten in der DDR.

    Nach der Wende gründeten Puppel und Krahl das Plattenlabel K & P Musik, da sich durch die neue Freiheit ein Untergang der ehemaligen Ostbands ankündigte. Dieses Label produzierte unter anderem André Herzberg (Pankow), Karat und Keimzeit.

    Seit 1992 gehört Gogow wieder der Band an. Seitdem spielt er wieder Violine und Bass. 1995 kehrte Hennig nach einer Pause zu City zurück. Ab 1998 trat City gemeinsam mit Silly auf, wobei Krahl den Gesangspart von Tamara Danz mit übernahm.

    Hits

    Der größte Erfolg von City ist das Lied Am Fenster, das bis heute weltweit mehr als 10 Millionen Mal verkauft wurde. Ihre erste West-LP City (in der DDR: Am Fenster) mit einer über 17 Minuten langen Version dieses Liedes brachte es bisher auf eine halbe Million verkaufter Exemplare. Es handelt sich um den bis heute größten Erfolg eines DDR-Songs im Westen Deutschlands. Noch heute taucht er dort in den meisten Klassiker-Playlisten auf und gilt als Tanzflächenfüller. Der Text dieses Liedes basiert auf einem Gedicht von Hildegard Maria Rauchfuß, allerdings wurde eine Strophe von Krahl irrtümlich zwei Mal gesungen. Der Titel war ursprünglich für die Albumproduktion auf Grund seiner Länge und der Geige, sie gehörte nach damaligen Verständnis nicht zur Rockmusik, von Amiga nicht geplant und nicht erwünscht. Da Amiga City immer vier Stunden für Studioproduktionen zu Verfügung stellte und nach einer Aufnahme noch Restzeit war, bat Gogow Helmar Federowski, noch eines ihrer Stücke zusätzlich aufzunehmen. Unter der Bedingung, es nur für den Eigengebrauch zu nutzen und nicht in die Öffentlichkeit zu bringen, wurde Am Fenster live eingespielt. Am gleichen Tag ging Gogow zum Redakteur der Beatkiste und bat ihn darum, den Titel im Rundfunk zu spielen. Danach wurden die Plattenläden gestürmt, für eine Single, die es nicht gab. Somit schaffte es City, dass Amiga die Aufnahme verwendete, um daraus eine Single zu pressen.

    Das Lied Casablanca wurde von Henry Hübchen komponiert.

    Diskografie (Alben)

    • 1978: Am Fenster (Amiga, DDR, in der Bundesrepublik Deutschland und Griechenland City) (DE: Platin)[5]
    • 1979: Der Tätowierte (Amiga, DDR, in der Bundesrepublik Deutschland und Griechenland City II)
    • 1980: Dreamer (Amiga, DDR, im Ausland Dreamland)
    • 1983: Unter der Haut (Amiga)
    • 1985: Feuer im Eis (Amiga)
    • 1987: Casablanca (Amiga)
    • 1990: Keine Angst
    • 1991: Rock aus Deutschland Ost Vol. 11 – City, Die Erfolge 1977–1987 (von City nicht autorisierte Kompilation)
    • 1992: The Best of City (DE: Gold)[5]
    • 1997: Rauchzeichen
    • 1997: Am Fenster (Platin Edition)
    • 2002: Am Fenster 2
    • 2003: Das Weihnachtsfest der Rockmusik (Split-Best-Of mit Keimzeit)
    • 2003: Der King vom Prenzlauer Berg (3-CD-Compilation)
    • 2004: Silberstreif am Horizont
    • 2004: Silberstreif am Horizont (+ Live-DVD)
    • 2004: Meister aller Klassen - Best (1977-90)
    • 2007: Yeah! Yeah! Yeah!
    • 2007: Yeah! Yeah! Yeah! (Limited Edition, 5-Song-Live-CD)
    • 2008: Das Beste (von City nicht autorisierte 4-CD-Kompilation)
    • 2008: Play it again! Das Beste von City (Best-Of-Album inklusive neuer Tracks, Remixes und Videotrack)
    • 2012: Für immer jung
    • 2012 City - Die Original Alben, Hansa Amiga (Sony Music)
    • 2012 40 Jahre City (Das Konzert), (Sony Music)
    • 2013 Danke Engel (CD/DVD Unplugged + 5 neue Tracks)

    Literatur

    • Thomas Otto: City – Am Fenster. Die Band – die Songs – die Story. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1997, ISBN 3-89602-123-0.
    • Christian Hentschel, Peter Matzke: Yeah! Yeah! Yeah! City. Das Buch. Neues Leben/Eulenspiegel Verlagsgruppe, Berlin 2007, ISBN 978-3-355-01734-3.
    • Götz Hintze: Rocklexikon der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-303-9.
    •  H. P. Hofmann: Beat Lexikon. Interpreten, Autoren, Sachbegriffe. VEB Lied der Zeit Musikverlag, Berlin (Ost) 1977.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Die Gesamtwertungen der DDR-Jahreshitparade setzten sich aus der Summe der besten Platzierungen der Hitparaden DT Metronom, Beatkiste, Tip-Disko, DT64 und Tip-Parade zusammen.
    2. a b c d charts.de: City in den deutschen Media-Control-Charts
    3. Christian Hentschel: Du hast den Farbfilm vergessen und andere Ostrockgeschichten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-317-9.
    4. ostbeat.de (Archivversion), abgerufen am 3. März 2014
    5. a b Auszeichnungen der IPFI

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