The Kill

Napalm Death

  • Napalm Death ist eine Anarcho-Punk-, Grindcore- und Death-Metal-Band aus Birmingham, England, die 1981 gegründet wurde und maßgeblich an der Entwicklung des extremen Metals beteiligt war.

    Geschichte

    Bassist Nicholas Bullen gründete die Band 1981 im Alter von 13 Jahren. Maßgeblichen Einfluss auf die Musik der Anfangsjahre hatten Bands wie Discharge, Chaos U.K. oder Disorder.

    Im Jahr 1989 verließ zunächst Bill Steer die Band, um sich ganz auf seine zweite Band Carcass zu konzentrieren. Auf Grund musikalischer Differenzen stieg wenig später auch Lee Dorrian aus und gründete die Doom-Metal-Band Cathedral. Ersatz fand man mit Mark Greenway (Gesang, ex-Benediction) und dem US-Amerikaner Jesse Pintado (Gitarre, ex-Terrorizer). Im selben Jahr nahm Napalm Death an den legendären Peel Sessions des Radiomoderators John Peel teil.

    Das Debütalbum Scum und der Nachfolger From Enslavement to Obliteration beinhalten jeweils über 25 Titel bei einer Spielzeit von knapp über 30 Minuten. Auf Scum befindet sich der Titel You Suffer, der nur eine Sekunde dauert. Beide Alben enthalten schnell gespielten Grindcore, der sich mit Thrash Metal und Hardcore-Punk-Riffs abwechselt. Die Texte sind allesamt politischer Natur.

    Anfang 1990 folgte mit Mitch Harris (ex-Righteous Pigs) ein weiterer US-Amerikaner. Gezeichnet von diesen raschen Besetzungswechseln, nahm die Band 1990 im auf Death Metal spezialisierten Morrisound-Studio in Tampa Harmony Corruption auf. Produziert von Scott Burns, fiel das Album sehr death-metal-lastig aus und erfuhr ein geteiltes Echo.

    Schlagzeuger Mick Harris verließ Napalm Death 1992 und widmet sich danach Bands wie Naked City und Scorn, seinen Job übernahm der bis dahin weitgehend unbekannte Danny Herrera. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Napalm Death Utopia Banished, das die mit Mass Appeal Madness eingeschlagene Stilkorrektur fortführte. 1995 verließ Sänger Mark Greenway kurzfristig die Band und schloss sich Extreme Noise Terror an. Für kurze Zeit übernahm deren ehemaliger Sänger Phil Vane den Gesang bei Napalm Death. Doch schon nach kurzer Zeit kehrte Greenway zur Band zurück und die Aufnahmen zu Inside the Torn Apart konnten abgeschlossen werden. 1996 trat Napalm Death das letzte Mal für die BBC in der Friday Rock Show auf. Diese Aufnahmen wurden 2000 zusammen mit den Titeln aus der John Peel Show unter dem Namen The Complete Radio One Sessions veröffentlicht.

    Seit Inside the Torn Apart ist die Besetzung der Band relativ konstant geblieben und Napalm Death veröffentlichte in regelmäßigen Abständen neue Alben. 2004 verließ Jesse Pintado krankheitsbedingt die Band und starb 2006 an den Folgen eines diabetischen Komas. Die Band besetzte die zweite Gitarre nicht mehr und machte, wie in Anfangstagen, mit nur einer Gitarre weiter.

    Mit Leaders Not Followers (1999) und Leaders Not Followers Part 2 (2004) veröffentlichte Napalm Death zwei Tonträger mit Coverversionen ihrer musikalischen Vorbilder. Unter anderem coverten sie Nazi Punks Fuck Off von den Dead Kennedys, das bei Konzerten bis heute einen festen Platz in der Setlist hat. Auf ihren späteren Alben spielten oft befreundete Musiker mit, unter anderem Jello Biafra und Jeff Walker.

    Bedeutung

    Die Band wird fälschlicherweise oft als Erfinder des Grindcore bezeichnet. Allerdings war sie selbst maßgeblich durch Repulsion beeinflusst, deren 1986er Demo Slaughter of the Innocent jedoch erst im Jahre 1989 posthum unter dem Titel Horrified als LP veröffentlicht wurde – zwei Jahre nach Scum. Das Debütwerk Scum war 1987 in puncto Brachialität und Geschwindigkeit wegweisend. Im Laufe der 1990er Jahre wurde Napalm Death musikalisch gemäßigter und wandte sich dem Death Metal zu. Eine beachtliche Anzahl von Death-Metal-/Grindcore-Klassikern stammt aus ihrer Feder, wie zum Beispiel Mass Appeal Madness, Greed Killing, Suffer The Children, Twist the Knife (Slowly) (das auch im Film Mortal Kombat Verwendung fand) oder das nur knapp über einer Sekunde lange You Suffer. Die Texte von Napalm Death sind sozialkritisch gehalten und spiegeln die linksorientierte Grundhaltung der Band wider.

    Diskografie

    Demos

    • 1982: Halloween
    • 1982: And, Like Sheep, We Have All Gone Astray
    • 1982: Punk Is a Rotting Corpse
    • 1983: Kak
    • 1983: Unpopular Yawns of Middle Class Warfare
    • 1985: Hatred Surge
    • 1986: From Enslavement to Obliteration

    Studioalben

    • 1987: Scum
    • 1988: From Enslavement to Obliteration
    • 1990: Harmony Corruption
    • 1992: Utopia Banished
    • 1994: Fear, Emptiness, Despair
    • 1996: Diatribes
    • 1997: Inside the Torn Apart
    • 1998: Words from the Exit Wound
    • 2000: Enemy of the Music Business
    • 2002: Order of the Leech
    • 2004: Leaders Not Followers II
    • 2005: The Code Is Red… Long Live the Code
    • 2006: Smear Campaign
    • 2009: Time Waits for No Slave
    • 2012: Utilitarian
    • 2015: Apex Predator - Easy Meat

    Live-Alben

    • 1989: Live EP
    • 1990: Live at the ICA in London
    • 1998: Bootlegged in Japan
    • 2003: Punishment in Capitals

    Sonstige Veröffentlichungen

    • 1988: The Curse (EP)
    • 1989: Napalm Death/S.O.B. Split 7 Flexi (Split-Album)
    • 1989: Mentally Murdered (EP)
    • 1989: The Peel Sessions (Kompilation)
    • 1990: Suffer the Children (EP)
    • 1991: Mass Appeal Madness (12", LP)
    • 1992: Death by Manipulation (Compilation)
    • 1992: The World Keeps Turning (EP)
    • 1994: Hung (EP)
    • 1995: Greed Killing (EP)
    • 1996: Cursed to Tour – Split-CD zusammen mit At the Gates
    • 1996: In Tongues We Speak (Split-CD mit Coalesce)
    • 1997: Breed to Breathe (EP)
    • 1999: Leaders Not Followers (EP)
    • 2003: Noise for the Music’s Sake (Best-of)
    • 2005: Tsunami Benefit (Tsunami-Benefiz-Split-CD mit Heaven Shall Burn und The Haunted)
    • 2012: Converge / Napalm Death (Split-CD mit Converge)

    Quellen

    1. a b  Jan Jaedike: Napalm Death: So war das früher. In: Rock Hard. Nr. 263.
    2.  Barry Lazell: Indie Hits 1980–1989. Cherry Red Books, London 1997, ISBN 978-0-9517206-9-1, S. 157.
    3. a b c d e  Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 272.
    4. Chartquellen: Deutschland - Schweiz - Großbritannien - Frankreich - Finnland

    Weblinks

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