Metallica on Piano

Rock / Indie

Ingo Knollmann, Donots

Ingo von den Donots macht den Metal romantisch!

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Er ist seit Jahren der Sänger einer Punkrockband, seine größte musikalische Liebe heißt aber seit 2 Dekaden Metallica: Ingo Knollmann, Frontmann der Donots. Was ihm Metallica bedeuten hat er für uns aufgeschrieben, ausserdem hat er Metallica-Klassiker auf dem Klavier interpretiert - das funktioniert übrraschend gut! Seht selbst!

Metallica 2008

Donots Campus Invasion Tübingen 2008 Kinderinstrumente

Welcome Home, Metallica!

Hier seine Gedanken zu Metallica und "Death Magnetic":

Sei mal ehrlich: Wieviele Bands haben Dich in Deinem Leben berührt? Ich meine, so richtig berührt?

Du weißt schon: All die Tränen, die Gänsehaut, Deine in die Luft gereckten Fäuste. Dieses Verstandenfühlen, wenn es Dir scheiße ging. Diese Extraportion Schulterklopfer in Momenten, als es das Leben gut mit Dir meinte. Jene Tritte in den Hintern, wenn Du sie so bitter nötig hattest. Und das Gefühl, dass Du auch heute immer wieder auf’s neue an ganz großen Momenten teilhaben darfst, ganz egal, wie kurz sie auch sein mögen.

Wievielen dieser Bands bist Du über ein halbes Lebenlang treu geblieben? Nein, komm mir nicht mit der Finde-Ich-Auch-Heute-Noch-Ganz-Gut-Aus-Nostalgiegründen-Geschichte.

Ich rede von Treue mit allem, was dazu gehört: Diese unbändige Euphorie, die Dich auch noch beim 20. Mal überfällt, wenn die Band zu ihrem traditionellen Live-Intro auf die Bühne geht und Du Dich fragst, was wohl der erste Song ihres Sets sein mag. All die Mixtapes, die Deine Stereoanlage gefressen hat, nachdem Du sie gefühlte 2 Millionen Mal auf Dauerrotation abgespielt hast. Die stolze Brust, die immer noch in denselben verwaschenen Shirts mit den ganzen Löchern steckt, solange das Bandlogo oder das Tourdatum noch erkennbar sind. Und natürlich all die hitzigen Diskussionen, in denen Du Deine Helden bis auf’s Blut verteidigt hast, als sie auf einmal einen anderen Weg einschlugen und Deine coolen Kumpels und die schlauen Magazine Ausverkauf und Untergang im großen Stil witterten.
„Wartet es nur alle ab“, habe ich damals gedacht, als ich nach dem Erscheinen des schwarzen Albums und der „Load/Reload“-Phase von meiner Lieblingsband Metallica immer noch fingerpointend und mit blutigen Stimmbändern vom Mitsingen im Pit gestanden habe. Gerade vor der Show habe ich die Jungs im Backstagebereich der Halle treffen dürfen, weil ich für den Met-Club und sein Fanclub-Magazin „So What!“ ein paar Cartoon-Covers gezeichnet hatte und mit Tickets, Pässen und Crew-Shirts belohnt wurde. „Die sind immer noch ganz die alten!“, war ich mir sicher, obwohl ich die Band vorher nur aus meinen Lautsprechern, der Glotze oder von den Postern, Zeitschriften und Plattencovern in meinem Zimmer kannte. Die Jungs jedenfalls nahmen sich alle Zeit der Welt für Fotos, einen kleinen Plausch und diverse Unterschriften, bis jeder einzelne Fan zufrieden und ein wenig grenzdebil in seinen Bierbecher grinste. Ein während einer Show gefangener Drumstick von Lars Ulrich tat bei mir übrigens sein übriges und ich trommelte auf der Rückfahrt glücklich mit dem schwarzen Prügel zu sämtlichen Fills von „Blackened“ und Co. auf mein geschundenes Autolenkrad.

Du musst wissen, meine Lieblingsalben waren und sind immer noch „And Justice For All“ und „Master Of Puppets“. Kenne ich, wie eigentlich alle Metallica-Alben, in und auswendig. Aber speziell diese beiden Platten haben es mir angetan. Da ist eine jugendliche Ungestümheit, eine Aggression und eine Zielgerichtetheit in diesen teils sperrigen Arrangements, die ich auch heute noch mitreissend und interessant finde.

Aber auch bei den jüngeren Werken war ich eigentlich immer einer, der die Band bis auf’s Blut verteidigt hat. Auch ein „Bleeding Me“ oder ein „Dirty Window“ stehen Metallica gut zu Gesicht, finde ich. Okay, die „S&M“-Orchesterplatte war, nun, sagen wir: Ein Experiment. Aber die Show im Berliner Velodrom fand ich aus genau dem Grund trotzdem gut.

Einzig den Feldzug gegen Napster habe ich niemals verstanden oder für gut befunden. Das war alles andere als Rock’n’Roll. Das war Bullshit, gerade von einem Megaseller wie Metallica. Aber gut. Jetzt, wo ich „Some Kind Of Monster“ im Kino und daheim samt Bonus-DVD ein paar Mal gesehen habe, verstehe ich die Band samt Psychiater gleich besser. Da wird einem dann auch klar, wie sehr ein Dave Mustaine heute noch an seinem Rausschmiss zu nagen hat und warum die Snare auf „St. Anger“ so klingen muss, wie sie klingt.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2008, meine Band Donots hat, neben 5 weiteren Künstlern verschiedener Coleur, einen Metallica-Song für Tribute-To-Metallica.de gecovert, in unserem Fall „Creeping Death“. Ist uns natürlich eine absolute Ehre und Freude, machen wir aber natürlich nicht nur einfach so.

Ich denke, auch Du hast es mitbekommen: Metallica veröffentlichen am 12. September ein neues Album. „Death Magnetic“ heißt es. Und verrückterweise zeigen sich James, Lars, Kirk und der neue Million-Dollar-Bassist Rob geläutert. Da werden Songs vorab gratis zum Download auf der Mission:Metallica Website angeboten. Da wird ein Rick Rubin als Verantwortlicher hinter’s Pult zitiert und gegen Bob Rock’s Saubermann-Produktion eingetauscht. Und da klingen Metallica auf einmal, zumindest in den drei bis Ende August veröffentlichten Songs „Cyanide“, The Day That Never Comes“ und „My Apokalypse“, so frisch, jugendlich und so 80er, dass gar nichts mehr geht. Ganz besonders letzterer Song erinnert mich so sehr an alte Zeiten im Geiste von Evergreen-Nackenbrechern wie „Battery“, dass ich es kaum noch erwarten kann, endlich „Death Magnetic“ in meinen Händen zu halten.

Und plötzlich kann ich es schon wieder fühlen: Dieses Kribbeln in meinen Fingern, wenn ich daran denke, wie ich demnächst das neue Album in den Händen halten werde, mir das Booklet in Ruhe zu Gemüte führe und dann die Platte auflege. Dieses eben schon erwähnte grenzdebile Grinsen mit jedem neuen Track. Diese Neugierde, mir vorzustellen, wie die Songs wohl live funktionieren. Und dann natürlich die viel zu frühe Frage, wie wohl das nächste Metallica Album klingen wird. Verkneifen kann ich’s mir nicht.

Du doch auch nicht, oder?


(Ingo Donot)

Aber Ingo kann nicht nur schreiben und Donots-Songs singen, er ist auch noch ein talentierter Pianist. Und was macht man als Metallica-Fan mit einem Klavier zuhause in der Kleinstadt Münster an regenerischen Abenden? Man setzt Lieblingslieder wie "Fade to Black", "One", "Sanitarium (Welcome home)" oder "Blackened" am Piano um. Wie sich das anhört und was Ingo dazu zu sagen hat, könnt ihr hier hören und sehen:

>> Metallica on Piano Part 1
>> Metallica on Piano Part 2

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